Cup-finale wird zum schicksalsspiel: st.gallen oder slo kämpfen um europa-league-ticket

Am 2. Juni in Genf geht es um mehr als Pokalglanz. Für FC St.Gallen und FC Stade-Lausanne-Ouchy entscheidet sich in 90 Minuten, wer nächste Saison in die zweite Quali-Runde der Europa League darf – und wer vielleicht schon am 9. Juli, mitten in der WM-Pause, wieder ran muss.

Der englische umweg, der den schweizer sieger rettet

Die UEFA-Fünfjahreswertung knabbert an den Startplätzen. Die Schweiz behält nur vier, Platz fünf rutscht raus. Thun ist als Meister fix in der Champions-League-Quali, die beiden Conference-League-Tickets gehen über die Meisterschaftsränge zwei und drei. Bleibt ein einziger Europa-League-Slot – und der hängt am Pokalsieger.

Doch da kommt Aston Villa ins Spiel. Gewinnt Unai Emerys Mannschaft die Europa League, rutscht sie automatisch in die Champions League. Gleichzeitig liegt Villa in der Premier League auf Rang fünf – genug für Europa League. Ein Startplatz würde frei, die Schweizer Klubs rücken in der Quali nach. Statt 9. Juli beginnt die Reise dann erst am 23. Juli, zwei Tage vor dem Super-League-Auftakt. Drei statt vier Quali-Runden stehen auf dem Programm.

St.gallen jagt den ersten pokal seit 24 jahren

St.gallen jagt den ersten pokal seit 24 jahren

Für die Ostschweizer ist der Finaleinzug schon ein Kraftakt. 1999/2000 holten sie den letzten Titel, damals mit einem jungen Murat Yakin im Mittelfeld. Jetzt trägt Philipp Kresnik die Kapitänsbinde, und die jüngste Heimsaison lieferte 33 Punkte – mehr als jede andere Mannschaft nach der Winterpause.

SLO wiederum ist das lebende Märchen des Schweizer Fussballs. Vor drei Jahren spielten sie noch in der 1. Liga, nun winkt das internationale Rampenlicht. Trainer Fabio Celestini hat seine Elf auf ein intensives Pressing getrimmt, das in der Challenge League 71 Tage lang ungeschlagen blieb.

Die Zahme Fußballlogik spricht für St.Gallen. Die Emotion spricht für Lausanne-Ouchy. Am Ende zählt nur ein Datum: 2. Juni, 16 Uhr, Stade de Genève. Dort wird nicht nur ein Pokal vergeben, sondern ein ganzer europäischer Sommer gebucht.