Cort nielsen sprintet zum sieg, lipowitz lauert: pyrenäen-duell beginnt

Magnus Cort Nielsen hat die zweite Etappe der Katalonien-Rundfahrt gewonnen – doch das ist nur die halbe Wahrheit. Hinter dem dänischen Sprinter lauert ein deutsches Duo, das in den kommenden Tagen für Furore sorgen könnte. Florian Lipowitz und Remco Evenepoel ließen sich in Banyoles Zeit, während Cort Nielsen vor Noa Isidore und Francesco Busatto jubelte.

Florian lipowitz: der laichinger mit dem tour-ticket

Lipowitz kam als bester Deutscher auf Rang 46 ins Ziel – zeitgleich mit Cort Nielsen. Kein Zufall. Der 23-Jährige hat in diesem Frühjahr bereits bewiesen, dass er in den Bergen mithalten kann. Die Red-Bull-Bora-Hansgrohe-Führung um Ralph Denk hat ihm das Vertrauen geschenkt, bei der Tour de France als Co-Kapitän neben Evenepoel zu fahren. Eine Entscheidung, die in der Radsport-Welt für Gesprächsstoff sorgt.

Die Katalonien-Rundfahrt ist für das Duo ein Test unter Wettkampfbedingungen. Evenepoel, zweifacher Olympiasieger und Zeitfahr-Weltmeister, wurde 25. – ein Ergebnis, das täuscht. Der Belgier schonte sich für die Bergetappen, die ab Mittwoch die Favoriten sortieren werden. Lipowitz ebenfalls. Beide wissen: In den Pyrenäen wird sich zeigen, ob die Doppelspitze funktioniert.

Henri uhlig: der sturz, der alles änderte

Henri uhlig: der sturz, der alles änderte

Für Henri Uhlig war die zweite Etappe ein Albtraum. Der Regensburger stürzte zehn Kilometer vor dem Ziel und musste aufgeben. Nach seinem starken Auftakt als Achter hatte sich Uhlig einen Platz im Gesamtklassement erhofft. Jetzt ist er raus – und mit ihm eine deutsche Hoffnung auf ein Top-Resultat. Uhligs Sturz zeigt die Brutalität des Profi-Radsports: Ein Moment der Unachtsamkeit, und Monate harter Arbeit sind zunichte.

Die übrigen deutschen Fahrer haben sich im Feld gehalten. Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost) kam als 68. ins Ziel, Felix Engelhardt (Jayco AlUla) als 105. Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe) verlor 34 Sekunden, Michel Heßmann (Movistar) fast eine Minute. Nikias Arndt (Bahrain Victorious) hingegen verlor über fünf Minuten – ein Indiz dafür, dass auch er von einem Sturz oder technischen Problem betroffen war.

Die pyrenäen rufen: jetzt wird geliefert

Die pyrenäen rufen: jetzt wird geliefert

Am Mittwoch geht es in die erste Bergetappe. 159,4 Kilometer von Girona nach Vila-seca, zwei Anstiege der ersten und zweiten Kategorie. Die letzten 30 Kilometer sind flach – aber wer vorher nicht mitgeht, sieht das Feld nur noch aus der Ferne. Dorian Godon führt das Gesamtklassement an, vier Sekunden vor Evenepoel. Lipowitz liegt 29 Sekunden zurück – ein Rückstand, der in den Bergen schnell aufgeholt werden kann.

Die Katalonien-Rundfahrt ist kein Rennen für Sprinter. Sie ist ein Klassiker für Kletterer und Durchstarter. Cort Nielsen wird seine Spitzenposition nicht halten können. Lipowitz und Evenepoel haben die ersten beiden Etappen nur überstanden – jetzt beginnt ihre Arbeit. Die Pyrenäen werden zeigen, ob die Doppelspitze funktioniert oder ob einer der beiden allein auf weiter Flur steht.

Am Sonntag endet das Rennen in Barcelona. Bis dahin werden sich die Karten neu gemischt haben. Lipowitz hat die Chance, sich als neues deutsches Tour-Ass zu etablieren. Evenepoel will beweisen, dass er auch ohne seine üblichen Helfer gewinnen kann. Und Cort Nielsen? Der wird sich über einen Etappensieg freuen – und dann wieder im Feld verschwinden.