Chaos im bayerischen fußball: bfv bringt reformvorschlag ins spiel – und sorgt für zündstoff

München – Der bayerische Fußball-Verband (BFV) hat für weiteren Wirbel in der Diskussion um die Aufstiegsreform gesorgt. Neben dem bereits bekannten Zwei-Phasen-Modell präsentierte Präsident Christoph Kern nun überraschend eine weitere Variante, die dem Verband offenbar noch etwas mehr zusagt. Ein Vorgehen, das auf heftige Kritik stößt und die Suche nach einer tragfähigen Lösung weiter erschwert.

Ein solo des bfv – und die gegenreaktion

Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ unter der Leitung von Tommy Haeder, Geschäftsführer des Chemnitzer FC, übte scharfe Kritik am Vorgehen des BFV. Haeder sprach von einer „gezielten Nebelkerze“, da das neue Modell bereits seit geraumer Zeit im informellen Kreis kursierte, jedoch nicht in die offizielle Arbeitsgruppe des DFB eingebracht wurde. „Für mich entsteht der Eindruck, dass hier der Prozess der Lösungsfindung bewusst gestört werden soll“, so Haeder gegenüber dem MDR.

BFV-Präsident Kern wies diese Vorwürfe in einem Interview mit dem BR vehement zurück. Er argumentierte, dass die Arbeitsgruppe Mitte März vorzeitig beendet worden sei, was aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar sei. „Daher kann ich auch die Kritik, die ich aus den Medien vernommen habe, dass wir jetzt plötzlich daherkommen, nicht gelten lassen.“

Mehr gefordert, mehr geboten – der fokus auf die 3. liga

Mehr gefordert, mehr geboten – der fokus auf die 3. liga

Kern betonte, dass der BFV mehr von der Arbeitsgruppe erwartet habe als die vorgelegten Modelle und dass auch eigene Vorschläge nicht ausreichend diskutiert worden seien. Daraufhin habe der Verband die bayerischen Vereine zusammengeholt und die Ergebnisse vorgestellt. „Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir das große Rad drehen wollen“, erklärte Kern.

Im Zentrum der bayerischen Überlegungen steht dabei die 3. Liga. Kern plädierte für eine Aufstockung der Liga auf 22 Teams mit fünf Absteigern – ein Modell, das intern auf große Zustimmung gestoßen sei. Er kritisierte, dass dieser Vorschlag bereits vor der Gründung der Arbeitsgruppe vom DFB abgelehnt worden sei. „Alle Vereins- und Verbandsvertreter haben sich für das Modell 22-5 zum Diskutieren ausgesprochen. Aber hier kam eine klare rote Linie vom DFB.“

Als Alternative brachte Kern nun das Zwei-Phasen-Modell ins Spiel, das insbesondere wegen seiner spannenden Spiele auch in der Hinrunde punkten soll. „Die Plätze sind begehrt, und das ist mir besonders wichtig, die kleinen Vereine, die auch in die Regionalligen gehören, die schützen wir.“

Die anhaltende Debatte um die Aufstiegsreform zeigt deutlich, wie tief die Gräben zwischen den Verbänden und Vereinen sind. Ob eine tragfähige Lösung gefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die aktuelle Situation den bayerischen Fußball in keinem guten Licht dasteht.

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