Augsburg zittert trotz 7-punkte-polster: baum will 40-punkte-marke gegen hoffenheim klauen
Nur ein magerer Zähler aus vier Spielen – der FC Augsburg taumelt mit hängenden Schultern Richtung Saisonende. Am Freitagabend (20.30 Uhr) kommt mit der TSG Hoffenheim ein Gegner, der den Fuggerstädtern schon in der Hinrunde das Genick gebrochen hat. Damals flog Sandro Wagner nach dem 0:3 raus, nun will Manuel Baum die 40-Punkte-Marke nutzen, um endlich Ruhe einzukehren.
Die angst vor dem sommerloch
Die Statistik nagt an den Nerven. Sechs Jahre hintereinander brach die Mannschaft ein, sobald der Klassenerhalt feststand. 2019 holte sie aus den letzten sechs Spielen gerade mal sechs Punkte, unter Maaßen fünf, unter Thorup drei, im Vorjahr vier. „Wir haben uns vorgenommen, diese Mentalität zu zerreißen“, sagt Baum. Sein Rezept: Training mit Schärfe und die Drohkulisse des Routiniers auf der Ersatzbank.
Denn plötzlich ist Jeff Gouweleeuw wieder da. Der eigentliche Kapitän, seit dem 10. Spieltag mit einem Innenbandriss außer Gefecht, steht erstmals wieder in der Startelf-Debatte. „Jeff ist drei, vier Wochen voll dabei“, bestätigt Baum. Neben dem Niederländer ist auch Nathanaël Mbuku eine Option, doch Gouweleeuw bringt mehr als nur Verteidigen: er bringt Druck. Keven Schlotterbeck fehlt gelbgesperrt – und mit ihm die Stimme, die sonst die Dreierkette dirigiert.

Hoffenheim als gradmesser
Die Kraichgauer selbst haben seit fünf Partien keinen Dreier mehr gelandet, trotzdem reist die TSG als Champions-League-Anwärter. „Fußballerisch zählen sie für mich weiter zu den Top-Teams der Liga“, schickt Baum ein Kompliment voraus, das gleichzeitig warnt. Die letzte Niederlage gegen Hoffenheim kostete seinen Vorgänger den Job. Ein Déjà-vu will er verhindern.
Im Augsburger Lazarett fehlen neben Schlotterbeck nur Yannik Keitel (Schleimbeutelentzündung) und Chrislain Matsima, der nach seinem Sehnenriss zwar schon wieder Teile des Mannschaftstrainings absolviert, aber keinen Termin für sein Comeback nennt. „Es wäre schön, ihn in dieser Saison noch einmal in der Arena zu sehen“, sagt Baum vorsichtig. Mehr ist nicht drin.
Die personellen Lücken eröffnen dafür Fabian Rieder eine weitere Chance auf der Doppelsechs. Der Schweizer überzeugte beim 1:1 in Hamburg und könnte nun neben Arne Maier die Kontrolle übernehmen. Baum schwärmt von der „breiten Bank“, doch hinter den schönen Worten lauert die Erkenntnis: Nur ein Sieg gegen Hoffenheim verhindert, dass die Saison mit demselben faden Beigeschmack endet wie so viele zuvor.
40 Punkte. Mehr Ziel hat Augsburg nicht. Aber diesmal sollen sie nicht nur reichen – sie sollen auch wehtun.
