Atlético zündet nächste twitter-salve: popcorn für verschenkten elfmeter
Die Partie ist seit Samstagabend Geschichte, der Krieg der Worte läuft auf Hochtouren. Atlético Madrid antwortete dem Real-Madrid-TV mit einem ironischen Knall: einer Popcorn-Emojis, einem Bild des umstrittenen Carvajal-Rückgriffs an Llorente – und dem Satz: „Wir warten auf Folge 26 von ‚Zeit der Nachschau‘, geschrieben von RFEF und CTARFEF.“
Der var-befund, der nicht kam
Minute 83, Llorente bricht in den Strafraum ein, Carvajal stemmt sich mit beiden Armen dazwischen. Kein Pfiff, kein Monitor, kein Elfmeter. Die Rojiblancos rechnen vor: nur zwei Fouls zugunsten des Atlético in 90 Minuten. „Ein klarer Strafstoß“, sagte Cardoso noch auf dem Rasen, und Koke spuckte später ins Mikro: „Wenn wir protestieren, sind wir die Buhmänner – wenn sie es tun, wird’s zum Staatsakt.“
Der Tweet ist kein Einzelfall. Bereits nach dem Januar-Derby unter Soto Grado schoss Atlético mit denselben Mitteln: kurz, sarkastisch, direkt an die Schiedsrichter-Instanz. Der Club nennt es „Transparenz“, die Konkurrenz spricht von „Kampagne“. Fakt ist: Die Kommunikationsabteilung von Enrique Cerezo hat inzwischen mehr Follower als manche Sportzeitung – und sie nutzt die Plattform, um Druck aufzubauen, bevor die offiziellen Berichte veröffentlicht werden.

Madrid kontert mit eigenem kanal
Florentino Pérez ließ über Real Madrid TV ein Video schnittten, das die angeblichen Fouls von Savic und De Paul zeigt. Die Botschaft: Der Sieg sei gerecht, weil man trotz angeblich harter Eintritten standhielt. Die Zahl der Fouls, so die implizite Logik, sei niedrig, weil Atlético „nicht gewinnen wollte“. Die Wortwahl bleibt höflich, die Bildauswahl ist eindeutig.
Dazwischen steht Munuera Montero, dessen Leistung inzwischen zwei Lager spaltet. Die Statistik des offiziellen Referee-Reports: 25 Pfiffe insgesamt, 16 für Real, 9 für Atlético. Keine Rote Karte, keine Strafstoßentscheidung. Die Liga will die Szene nicht nachträglich kommentieren, der Verband wartet auf die erzwungene Stellungnahme der Schiedsrichter-Kommission – genau die Sendung, auf die Atlético in seinem Tweet anspielt.
Die Saison ist noch lang. Punktgleich liegen die Erzrivalen nur zwei Treffer auseinander. Der nächste Clásico der Worte ist programmiert, denn wer die Deutungshoheit über die Schiedsrichterfehler erobert, zieht auch im Rennen um die Meisterschaft die Aufmerksamkeit auf sich. Bis dahin heißt es: Popcorn bereitstellen und auf Folge 26 warten – oder sie vielleicht selbst drehen.
