Ati-zigi rettet st. gallen den absturz – maassen spricht vom glück
Ein Eigentor, ein Punktegeschenk und ein Torhüter, der wie gebannt auf der Linie stand: St. Gallen verlässt den Walliser Berg mit 1:1, doch die Euphorie klingt wie nach einer Niederlage.
Maassen gesteht: sion dominierte die erste hälfte völlig
„Wir wissen, dass Sion zu Hate extrem stark ist“, sagt Enrico Maassen, während ihm die Stimme leiser wird. Der Coach der Espen spricht offen vom Glück, dass sein Team nicht früh untergegangen ist. Lukas Görtlers Führung in der 24. Minute täuschte nur fünf Minuten, dann lenkte Lukas Daschner den Ball unhaltbar ins eigene Netz. Die Walliser hätten „ein richtig, richtig gutes Spiel“ gemacht, gesteht Maassen und klingt dabei, als hätte er lieber die Kabine verlassen als die Pressekonferenz gegeben.
Erst die Pause rettete die Ostschweizer. Maassen schaltete um, ließ das Mittelfeld enger stehen und das Tempo sinken. „Wir haben den Ball länger gehalten und so den Gegner besser kontrolliert“, sagt er. Die Folge: weniger „Wild-West-Fußball“, dafür aber auch wenig Zählbares. Die besten Chancen zum Sieg liegen am Ende liegen gelassen, doch der Trainer atmet tief durch. „Ein Punkt kann am Ende goldwert sein“, sagt er und meint damit die Tabelle, nicht das Spiel.

Ati-zigi pariert wie im rausch – und trägt trotzdem den kummer mit
Lawrence Ati Zigi steht in der Mixed-Zone, das Trikot noch klatschnass, die Hände leicht zitternd. Der ghanaische Nationalkeeper hat drei Großchancen vereitelt, darunter eine Doppelparade gegen Nivokazi und Lukembila, die sich anhört, als hätte das Stadion den Atem angehalten. „Wenn die Mannschaft dich braucht, musst du da sein“, sagt er und klingt dabei, als würde er sich selbst für die ChampionsLeague nominieren. Doch im nächsten Satz bricht die Ernüchterung durch: „Wir wollten den Sieg, aber wir nehmen den Punkt mit und gehen weiter.“
Die Espen haben nun vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, doch das reicht nicht, um die Stimmung zu heben. Die Fans feiern Ati-Zigi auf Social Media als „Mauer von Pelkum“, während der Verein intern schon die nächste Partie gegen Basel anpeilt. Dort wird Maassen wieder umstellen müssen – und hoffen, dass sein Torhüter nicht erneut zum Helden werden muss.
