Atalanta mit raspadori, de ketelaere und ederson zurück – palladino darf endlich wieder planen
Die Nacht nach dem
0:5 in München war schwer. Jetzt, 72 Stunden später, grinst Raffaele Palladino beim Training in Zingonia wieder. Charles De Ketelaere, Giacomo Raspadori und Ederson stehen erstmals seit Wochen gemeinsam auf dem Platz – und das genau vor dem Duell gegen Hellas Verona, das die Saison der Dea neu einfädeln kann.Die verlorenen zehn tore sind eingemauert
Zwei Spiele, zehn Gegentreffer, kein einziger Punkt. Die Zahlen brennen. Doch wer glaubt, Atalanta würde sich in Selbstzweifel wälzen, hat die Rechnung ohne Palladino gemacht. Der Coach nutzte die Länderspielpause, um seine Dreier-Kette neu zu vermessen. Ergebnis: erstmals stehen alle Schlüsselspieler zur Verfügung. De Ketelaere, der als hängende Spitze die Lücken zwischen Mittelfeld und Angriff schließt. Raspadori, der mit seinen Laufwegen die gegnerische Abwehr zerreißt. Ederson, der als Antizipationskünstler den Ball vor dem Gegner sieht.
Die letzte gemeinsame Startelf datiert vom 3:0 gegen Juventus im Achtelfinale der Coppa Italia. Danach folgte die längste Durststrecke der Palladino-Ära: sechs Pflichtspiele ohne Sieg, drei davon in Serie A. Die Folge: der Traum vom Vierten Platz ist passé, die Champions-League-Qualifikation nur noch ein Fernduft. Doch der Sechste, die Roma, ist nur vier Punkte entfernt. Und Atalanta hat noch ein Ass im Ärmel: das Rückspiel gegen Lazio im Halbfinale der Coppa Italia steht am 22. April an.

Ein monat, der über alles entscheidet
Vier Liga-Aufgaben bis zur Pokal-Partie. Verona heute, danach Juventus, Lecce und Roma. Keine Zeit für halbe Sachen. Palladino hat seine Startelf bereits durchdekliniert: Musso im Tor, Djimsiti, Hien und Kolasinac in der Dreierkette. Zappacosta und Ruggeri auf den Außen, De Roon und Ederson im Zentrum. Vorne das Duo De Ketelaere – Raspadori, hinter der Spitze Lookman. Die einzige Fragezeichen: Scalvini, der nach Kreuzbandriss noch kein volles Training absolviert hat, und Holm, der mit Muskelfaserrisiken läuft.
Die Fans haben die Rechnung schon gemacht: neun Punkte aus den nächsten vier Spielen, und die Europa-League-Quali ist greifbar. Der Klub hat indes die Kasse gezogen: die Einnahmen aus der Champions League reichen nicht, um die Ausgaben zu decken. Ein Europa-League-Platz würde die Liquidlücke schließen. Die Spieler wissen das. Im Katakomben-Flur der New Balance Arena hängt ein Zettel: „90 Minuten, die alles verändern.“ Darunter hat Ederson un Herz gezeichnet.
Palladino selbst wirkt ruhiger als noch vor zwei Wochen. Die Rückkehr seiner Leistungsträger hat ihm Luft verschafft. „Wir haben die Krise gemeinsam durchgestanden“, sagt er. „Jetzt sind wir wieder komplett. Und komplett sind wir gefährlich.“ Gegen Verona will er den Befreiungsschlag. Die Tore, die der Bayern entfachte, sind abgehakt. Die Saison beginnt neu – mit einem Sieg, der lauter ist als alle Niederlagen.
