Hantavirus-gefahr steigt: so schützen sie sich beim ausräumen!

Ein vermeintlich harmloser Frühjahrsputz im alten Gartenhaus kann plötzlich zur Gesundheitsgefahr werden: Das Hantavirus, eine wenig bekannte, aber potenziell gefährliche Krankheit, breitet sich in Deutschland aus. Besonders bei der Reinigung von längere Zeit ungenutzten Räumen lauern Risiken, die viele Unterschätzen.

Welche risiken bergen verlassene räume?

Die Übertragung des Hantavirus erfolgt hauptsächlich über die Ausscheidungen von Nagetieren – Urin, Kot und Speichel. Werden diese Partikel beim Reinigen aufgewirbelt, können sie mit der Atemluft aufgenommen werden und eine Infektion auslösen. Das größte Problem ist dabei nicht die bloße Anwesenheit von Mäusen oder Ratten, sondern die Art und Weise, wie wir diese Räume säubern. Das vermeintlich einfache Kehren oder Staubsaugen kann die gefährlichen Partikel in die Luft schleudern und so die Inhalationsgefahr drastisch erhöhen. Experten warnen eindringlich davor!

Schritt-für-schritt-anleitung: so reinigen sie sicher

Schritt-für-schritt-anleitung: so reinigen sie sicher

Bevor Sie überhaupt in den Raum treten, ist eine gründliche Belüftung unerlässlich. Öffnen Sie Fenster und Türen für mindestens 30 Minuten, um die Konzentration potenziell virushaltiger Partikel in der Luft zu reduzieren. Danach ist der Einsatz von Schutzkleidung Pflicht: Gummi- oder Nitrilhandschuhe, eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2), feste Schuhe und idealerweise eine Schutzbrille minimieren das Risiko eines direkten Kontakts mit kontaminierten Materialien. Der wohl gravierendste Fehler, den man vermeiden muss, ist das Kehren oder Staubsaugen im Trockenen. Stattdessen sollten Oberflächen mit Urin, Kot, Nestern oder Nagetierresten zuerst mit einer desinfizierenden Lösung eingespritzt werden. Eine bewährte Mischung besteht aus einem Teil Chlorbleiche auf neun Teilen Wasser. Lassen Sie diese Lösung 15 bis 30 Minuten einwirken, bevor Sie die Verschmutzungen mit Papiertüchern oder feuchten Lappen entfernen – niemals mit trockenen Tüchern.

Vorbeugung ist der schlüssel: so bleiben sie auf lange sicht geschützt

Vorbeugung ist der schlüssel: so bleiben sie auf lange sicht geschützt

Auch die Entsorgung der Reinigungsmaterialien erfordert Vorsicht. Gebrauchte Tücher und Handschuhe sollten in doppelt verpackten Plastiktüten hermetisch verschlossen und anschließend im Restmüll entsorgt werden. Nach der Reinigung sollten die Handschuhe vor dem Ausziehen desinfiziert und die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Auch die Kleidung, die Sie während der Reinigung getragen haben, sollte bei hoher Temperatur und mit ausreichend Waschmittel gewaschen werden. Die Prävention sollte jedoch nicht bei der Reinigung enden. Ein kurzer Rasen, die Lagerung von Holz in sicherer Entfernung zum Wohnhaus und die Aufbewahrung von Lebensmitteln in verschlossenen Behältern tragen dazu bei, die Anwesenheit von Nagetieren in der Nähe des Hauses zu reduzieren. Die Überlebensdauer des Virus außerhalb des Wirtsorganismus beträgt, je nach Umgebungsbedingungen, zwischen zwei und 24 Stunden – ein weiterer Grund, vorsichtig zu sein.