Aston martin: ein formel-1-projekt am abgrund?
Die Formel 1 ist ein Spielplatz für milliardenschwere Investitionen und hochmoderne Technologie – und ein Friedhof für ambitionierte Projekte. Aston Martin scheint sich derzeit in dieser illustren Schar zu befinden. Nach einer vielversprechenden Saisonvorbereitung offenbaren die Daten ein erschreckendes Bild: Das Team von Mike Krack kämpft mit Problemen, die weit über das übliche Saisonchaos hinausgehen. Es sieht düster aus.

Die schatten der vergangenheit: mclaren-honda als mahnung
Die Geschichte kennt viele Beispiele gescheiterter Formel-1-Projekte. Toyota verschwendete über 400 Millionen Euro pro Saison, ohne jemals einen Grand Prix zu gewinnen. BMW, einst mit hohen Erwartungen unter dem Banner von Sauber angetreten, fand 2009 das Ende seiner Hoffnungen, nachdem man 2008 noch kurz vor dem Durchbruch gestanden hatte. Und dann ist da noch McLaren-Honda, eine Allianz, die 2015 begann und in einem Fiasko endete, während Fernando Alonso am Steuer kämpfte – ein Name, der sich in der aktuellen Situation ironischerweise wiederfindet.
Doch es gibt auch Ausnahmen. Das Beispiel McLaren im Jahr 2023 zeigt, dass ein Umkehrschluss möglich ist. Von einem Abstiegskandidaten zum Spitzenteam in nur einer Saison – ein Szenario, das Fernando Alonso sich durchaus vorstellen kann. Allerdings ist es noch zu früh, um über Aston Martins Zukunft zu spekulieren. Die Zahlen dieser Saison lassen wenig Hoffnung auf einen solchen Wandel erkennen.
Die Fakten sind unerbittlich: Aston Martin liegt in nahezu jeder Kategorie hinter den Erwartungen zurück. Die Differenz pro Runde zum führenden Feld beträgt durchschnittlich 4,05 Sekunden – ein jäher Kontrast zu McLaren, die sich in keiner Runde mehr als drei Sekunden schlechter präsentierten. Im Vergleich zu den McLaren-Honda-Jahren, als die Autos zumindest gelegentlich im Mittelfeld konkurrenzfähig waren, kämpft das AMR26 lediglich darum, überhaupt das Ende des Rennens zu sehen.
Die Rennen selbst sind ein Spiegelbild der technischen Probleme. Nur Fernando Alonso konnte in Japan, und das bei stark reduzierter Leistung, die Zielflagge sehen. Von den ausgetragenen Rennen wurden lediglich 62,67% absolviert – ein trauriger Wert im Vergleich zu McLaren, die 2016 immerhin 73% der Distanz zurücklegten. Die Zuverlässigkeit des AMR26 lässt akut zu wünschen übrig.
Neben den technischen Mängeln scheint auch das Chassis Schwächen zu offenbaren. Adrian Newey, der Mann hinter dem einst gefürchteten Q3-fähigen Wagen, steht nun vor der Herausforderung, die Leistung des AMR26 grundlegend zu verbessern. Es ist eine Aufgabe, die mehr als nur aerodynamische Updates erfordert.
„Wir müssen ehrlich sein, was den Chassis betrifft. Da liegt unsere Verantwortung. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir liegen nicht im optimalen Gewichtsbereich“, gesteht Mike Krack offen. Die Saison ist noch lang, und es bleibt die Hoffnung, dass Aston Martin die Probleme identifizieren und beheben kann. Aber die Zeit drängt, und die Konkurrenz schläft nicht.
Die Partnerschaft mit Honda ist dabei ein zweischneidiges Schwert. Während das Team auf Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit des Motors hofft, ist es fraglich, ob Honda in der Lage sein wird, Aston Martin schnell genug zu helfen. Die Erwartungen sind gedämpft, und die Zeichen stehen nicht auf eine erfolgreiche Zukunft.
