Assinger wirft hin: ösv-frauen verlieren ihren erfolgstrainer
Roland Assinger hat überraschend den Stecker gezogen. Der 52-Jährige verlässt nach drei Jahren als Cheftrainer der alpinen Skifrauen den Österreichischen Skiverband – und das, obwohl gerade die Kugeln für Cornelia Hütter und Julia Scheib seinen Kurs bestätigen.
Die Entscheidung fiel nicht in Oslo, sondern bereits vor dem Weltcupfinale. Der Verband teilte mit, dass Assingers Vertrag nicht verlängert wird, während Marko Pfeifer bei den Männern bis 2028 bleibt. Ein Auf und Ab in zwei Sätzen – typisch für den Sport, doch diesmal steckt mehr dahinter.
„Ich habe gekündigt, bevor sie mich rauswerfen“
Assingers eigene Worte klingen wie ein Mann, der die Reißleine zieht, bevor das Schiff strandet. Nach der Saison 2023/24 war er wegen seines rauen Umgangstons in die Kritik geraten. Gespräche, Rückendeckung, ein neuer Anlauf – nun ist Schluss. „Nach drei intensiven, emotionalen und vor allem erfolgreichen Jahren“, so sagt er, „habe ich beschlossen, das Kapitel zu beenden.“
Die Bilanz: Olympiamedaillen, WM-Podeste, die Abfahrtskugel 2024 an Hütter, nur Tage zuvor die Riesentorlauf-Kugel an Scheib. Erfolge, die ihn hätten unten halten können. Doch offenbar war die Last größer als der Ruhm.

Ösv plant umbau – assinger bleibt in reserve
Christian Mitter, sportlicher Leiter Alpin, spricht schon von „neuen Rollen“. Gespräche laufen, ein Fachmann wie Assinger lasse sich nicht einfach ziehen lassen. Ein Satz, der klingt wie ein Trostpflaster für jemanden, der eben noch das Zepter schwang.
Der Zeitplan ist eng: Weltcupfinale, Sommertraining, Materialtests. Wer die Frauen in die neue Saison führt, steht noch nicht fest. Die Athletinnen reisen bald nach Südamerika – ohne den Coach, der sie zur Spitze schleppte.
Assinger selbst klingt nicht wie ein Mann, der Abschied nimmt, sondern wie jemand, der nur die Seite wechselt. „Ich möchte dem Skisport weiterhin meine Erfahrung zur Verfügung stellen“, sagt er. Ein Satz, der nach Neuanfang klingt – und nach dem Wissen, dass im ÖSV niemand einfach aussteigt, sondern nur umsteigt.
