Asamoah packt aus: so meistert deutschland den weg ins wm-viertelfinale

Gerald Asamoah hat’s gespürt, 2006 im Sommermärchen. Er weiß, wann eine Mannschaft brennt – und wann sie nur glimmt. Vor der WM 2026 lautet sein Urteil: Ja, der Kader kann bis ins Viertelfinale, aber nur, wenn Nagelsmann die richtige Chemie zündet.

Qualität reicht nicht: der unsichtbare turbo heißt teamgeist

„Ein Turnier wird nicht allein von Elf-Talenten entschieden“, sagt Asamoah im Gespräch mit dem Merkur. „Wenn die Stimmung hinten in der Bank schon kocht, wenn der Dritttorhüter beim Warmmachen die Kurve antreibt, kriegst du eine Wucht, die kein Gegner erklären kann.“

Er zieht den direkten Vergleich zum Sommermärchen 2006: „Die Jungs, die kaum spielten – Oliver Neuville, Tim Borowski – haben uns mit Gebrüll nach vorne gepresst. Du spürst das auf dem Platz.“

Wirtz und musiala – zwei zündschnüre, ein pulverfass

Wirtz und musiala – zwei zündschnüre, ein pulverfass

Sportlich ortet Asamoah die größte Waffe ganz vorn: „Florian Wirtz und Jamal Musiala können eine Defensive mit einem Dribbling aus dem Konzept bringen. Das haben wir seit Robben und Ribéry nicht mehr gesehen.“

Die Frage bleibt, wer das Mittelfeld dirigiert. Asamoah sieht Joshua Kimmich lieber im Zentrum als an der Seitenlinie. „Er ist der Dirigent, nicht der Gehilfe. Nagelsmann muss sich entscheiden, ob er Ordnung oder Offensive will – beides geht selten.“

Realistisches viertelfinale – und warum wir trotzdem träumen dürfen

Realistisches viertelfinale – und warum wir trotzdem träumen dürfen

Die Konkurrenz ist mörderisch: „Frankreich und Spanien haben zwei Auswahl-XI auf dem Feld und sitzen trotzdem noch auf Goldreserven. England wirft Sterling, Foden & Co. nur so auf den Rasen“, sagt Asamoah. „Aber wir sind eine Turniermannschaft. Wenn die Maschine erst läuft, kann auch ein Halbfinale drin sein.“

Seine Prognose: „Viertelfinale ist realistisch, alles darüber ist Bonus – und genau darin liegt unsere Stärke. Deutschland spielt am besten, wenn niemand mehr glaubt.“

Am Ende bleibt ein Satz hängen, den Asamoah mit rauer Stimme ausstößt: „Wenn die Ersatzbank jubelt, als wäre sie selbst im Finale, ist der Gegner schon halb geschlagen.“