Historisches ereignis im bernabéu: papst franziskus begeisterte madrid

Madrid bebte Fußballgeschichte – und Spiritualität. Während die Wahl zum neuen Präsidenten des Real Madrid gerade erst abgeschlossen ist, stand am gestrigen Abend ein Ereignis auf dem Programm, das alles in den Schatten stellte: Der Besuch von Papst Franziskus im Estadio Santiago Bernabéu. Ein Besuch, der fast vier Jahrzehnte auf sich warten ließ, seit Johannes Paul II. das Spielfeld betrat.

Tausende pilger säumten die gassen rund um das stadion

Tausende pilger säumten die gassen rund um das stadion

Schon Stunden vor Beginn der Veranstaltung versammelten sich tausende gläubige Menschen vor dem Bernabéu, geduldig wartend unter der gleißenden Madrider Sonne. Die Atmosphäre war von tiefer Andacht und freudiger Erwartung geprägt. Das Stadion selbst war für diesen besonderen Anlass festlich geschmückt, bereit, einen Besuch des Oberhauptes der katholischen Kirche zu empfangen.

Christian Gálvez und Patricia Pardo führten gekonnt durch das Programm, das sich langsam aufheizte, bevor der Höhepunkt – die Ankunft des Papstes – erreicht wurde. Um kurz nach 19:15 Uhr traf Papst Franziskus in einem offiziellen Wagen ein. Wenige Augenblicke später erschien er durch eines der Tore und bestieg, begleitet vom Kardinal Cobo, einen kleinen Elektrokarren, um eine Ehrenrunde über das Spielfeld zu drehen. Die jubelnde Menge, begleitet von der Musik von David Bustamante, Diana Navarro und Daniel Diges, brüllte ihm Beifall zu.

Ein Fußball-Gruß des Kirchenoberhaupts

Nach den einführenden Reden des Kardinals Cobo und bewegenden Zeugnissen gläubiger Menschen wurde ein besonderes Highlight präsentiert: Manolo Lama und Paco González, zwei Legenden des spanischen Fußballs, führten ein Lehrstück über das Spielfeld auf, das die Arbeit der Kirche in Madrid veranschaulichte – ein „Tor“ gegen Einsamkeit, Hunger, Ungleichheit und Rassismus. Der Applaus war ohrenbetäubend.

Dann ergriff Papst Franziskus das Wort, und mit einem einzigen Satz gewann er das Bernabéu für immer. Blickend auf Kardinal Cobo, der zuvor die Metapher des Gesangs verwendet hatte, knüpfte der Pontifex an, auf eine Weise, die selbst die eingefleischtesten Fußballfans beeindruckte: „Für einen Fußballspieler ist es etwas, das das Leben prägt, ein Tor in diesem Stadion zu schießen. Don José: Die Kirche in Madrid hat ein echtes Meistertor erzielt!“

Was folgte, übertraf alle Erwartungen. Der Papst sprach über den Glauben und die Bedeutung der Gemeinschaft in einer Stadt, die von Traditionen, Musik und Tanz geprägt ist, aber auch von Konflikten und Verzweiflung. Er betonte, dass das Evangelium auch dort seinen Weg finden kann, wo die Ungewissheit herrscht. „Die Wahrheit ist symphonisch und übersteigt uns stets“, erklärte er.

Mit zwei eindringlichen Botschaften beendete er seine Ansprache: „Seid für alle wie ein offenes Buch“ und „Die Liebe ist die Sprache, die alle nach Hause fühlen lässt.“

Der Abschluss des beeindruckenden Ereignisses erfolgte mit gemeinsamem Vaterunser und dem Segen des Papstes für die anwesenden Gläubigen. Den krönenden Abschluss bildete der Gesang des „Himno de la Almudena“, den das Bernabéu inbrünstig mit sang.

Die Resonanz auf den Besuch des Papstes ist überwältigend und zeigt, wie stark der Glaube und die Gemeinschaft in Madrid verwurzelt sind. Ein Besuch, der nicht nur die Herzen der Anwesenden berührte, sondern auch ein bleibendes Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts hinterlassen hat.