Arsenal weckt ecken und kanten: neuer trick für madrid?
Arsenal hat sich in der Champions League eine neue Waffe zugelegt – und die könnte Atlético Madrid vor große Probleme stellen. Nach einer Phase der Enttäuschung und verpassten Chancen an Standardsituationen hat Trainer Mikel Arteta eine überraschende taktische Kehrtwende eingeleitet, die im jüngsten Duell gegen Newcastle bereits Früchte trug.

Die durststrecke der standardsituationen
Lange Zeit war der Arsenal FC für seine gefährlichen Standards bekannt. Doch in den letzten Wochen schien diese Stärke völlig verschwunden zu sein. Elf Spiele in Folge blieb es ohne Treffer aus ruhenden Bällen – eine alarmierende Entwicklung, die mit dem schwächelnden Auftreten der Mannschaft zusammenfiel. Der Ausrutscher in der Carabao-Cup-Final gegen Manchester City und das Ausscheiden im FA-Cup gegen Southampton verdeutlichten die Probleme zusätzlich. Die Abwehr wirkte anfällig, die Angriffe uninspiriert – und die Gegner nutzten die Schwäche gnadenlos aus.
Die Abhängigkeit von Standardsituationen hatte sich zu einem Teufelskreis entwickelt. Je mehr Kritik es gab, desto mehr setzte das Team auf diese Taktik, was die Gegner nur noch besser auf die Spielweise der Gunners einstellte. Doch nun scheint Arteta den richtigen Ton gefunden zu haben. Das 0:1 gegen Newcastle, das durch einen unorthodoxen Spielzug nach einer Ecke zustande kam, markierte eine Trendwende.
Ein überraschender Spielzug: Madueke schlug eine flache Kugel zum ersten Pfosten, Havertz orientierte sich und spielte quer, wo Eze den Ball volley ins lange Eck hämmerte. Eine Kombination, die man von Arsenal so noch nicht gewohnt war. „Wir haben uns entschieden, etwas Neues auszuprobieren, aufgrund ihrer Physis und ihrer Anpassung an uns bei Standardsituationen“, erklärte Arteta nach dem Spiel. „Wir waren uns nicht sicher, ob es funktioniert, aber wir hatten den Mut, es erneut zu versuchen – und es hat sich ausgezahlt.“
Sky Sports analysierte die Spielweise und stellte fest, dass Arsenal in dieser Saison nur sechs Ecken kurz ausgeführt hatte – gegen Newcastle waren es drei. Ein deutliches Zeichen für die taktische Neuausrichtung. Und die zahlte sich aus: Der Treffer war bereits der 17. aus einer Standardsituation in dieser Saison und der zehnte, der Arsenal in Führung brachte – ein absoluter Premier-League-Rekord.
„Dieser Erfolg gebührt Nico (Jover) und seinem Team, die so viel Einsatz, Enthusiasmus und Leidenschaft in diese Arbeit gesteckt haben“, betonte Arteta, der sich bereits auf das Hinspiel in Madrid freut. Atlético Madrid, das selbst in einem jüngsten Spiel gegen Athletic Bilbao einen Gegentreffer aus einem Eckstoß hinnehmen musste, wird gewarnt sein. Gerade weil die 'Rojiblancos' selbst das zweitmeisten Gegentore nach Standards in dieser Champions League Saison (neun) kassiert haben, könnte Arsenals neues Konzept den Ausschlag geben. Die Gunners haben bewiesen, dass sie auch ohne ihre gewohnten Muster gefährlich sein können – und das könnte in Madrid den Unterschied machen.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: Arsenal hat in den letzten Spielen zwar nur fünf von elf Partien gewonnen, doch die Rückkehr zur Effektivität bei Standardsituationen könnte der Schlüssel zum Erfolg in der Champions League sein. Es bleibt abzuwarten, ob Atlético Madrid die neuen Varianten der Gunners entschlüsseln kann – aber eines ist klar: Arsenal ist wieder bereit, um jeden Preis zu kämpfen.
