Arsenal und leverkusen liefern sich luftkampf: raya, gabriel und der moment, der alles entscheidet

London – 63. Minute, Ball segelt in den Strafraum, drei Körper kollidieren in der Luft. David Raya kommt zu spät, Gabriel bleibt hängen, Christian Kofane nutzt die Sekunde. Das Foto geht um die Welt, das Spiel um die K.o.-Phase.

Warum dieses luftduell mehr ist als ein spielzug

Warum dieses luftduell mehr ist als ein spielzug

Der FC Arsenal führt 1:0, Bayer Leverkusen wirft alles nach vorne. Die Hereingabe von Jeremie Frimpong ist scharf, aber nicht unhaltbar. Trotzdem entsteht daraus die größte Leverkusener Chance des Abends. Raya entscheidet sich für den Raum, nicht für den Ball. Gabriel springt mit, blockt aber Kofane statt Raya. Der Stürmer nickt unbedrängt – knapp drüber.

Die Szene brennt sich ein, weil sie zwei Dinge offenlegt: Erstens die Unsicherheit der Gunners in der Luft seit William Saliba’s Oberschenkelproblemen. Zweitens die mentale Frische der Werkself, die nach 120 Minuten gegen Qarabağ drei Tage zuvor immer noch die höheren Sprünge hat.

Mikel Arteta tobte an der Seitenlinie, Xabi Alonso klatschte nur einmal – und zwar genau in dem Moment, als Kofane den Ball berührte. „Wir wussten, dass Raya raus muss“, sagte Alonso später, „wir haben ihn provoziert.“

Die Statistik liefert den Beweis: In dieser Champions-League-Saison gewinnt Arsenal nur 48 % der Kopfballduelle im eigenen Sechzehner, Leverkusen 61 %. Das ist kein Zufall, sondern Trainingsarbeitswut. Simon Rolfes ließ in der Vorbereitung jeden Tag zehn Minuten „Luftkampf-Sprints“ einbauen – Stürmer gegen Abwehr, ohne Ball, nur Sprungkraft.

Für Arsenal steht jetzt mehr auf dem Spiel als ein Viertelfinale. Declan Rice schwächelte im Pressing, Kai Havertzverpasste die Viererkette zweimal mit dem ersten Kontakt. Die Lücke über Takehiro Tomiyasu entstand, weil Ben White zu weit nach innen rutschte – ein Muster, das Leverkusen schon in der 21. Minute erkannte.

Die Frage ist nicht, ob Arsenal die Runde noch dreht. Die Frage ist, ob die Defense bis zum Finale der Luft gewinnt – oder ob genau dieser eine Kopfball irgendwann doch runter plumpst. Dann war’s das mit dem Traum vom ersten Titel seit 2004. Und die Leverkusener Flügel hätten wieder ein Foto, das alte Ränder füllt.