Arsenal fliegt ohne saka und timber nach lissabon – das viertelfinale droht zu platzen

Kein Saka, kein Timber – kein Problem? Glaubt Mikel Arteta. Die Wahrheit sieht anders aus. Mit dem besten Flügelflitzer und dem ballernen Verteidiger in der Kabine statt auf dem Rasen startet Arsenal beim Champions-League-Kracher in Lissabon unter Zugzwang.

Der FC Arsenal muss am Dienstag (21 Uhr) im Estádio José Alvalade auf Bukayo Saka und Jurrien Timber verzichten. Beide blieben in London, ihre Beine noch nicht einsatzbereit. „Sie sind nicht mitgereist und noch nicht bereit“, sagte Arteta knapp. Kein Zucken in der Stimme, aber ein Kloß im Hals der Fans. Denn wer folgt, wenn der 22-jährige Englische Nationalspieler fehlt, der in dieser Saison schon acht Mal in der Königsklasse rannte, zwei Tore schoss und zwei vorbereitete? Wer deckt links ab, wenn Timber, der Niederländer mit dem Surfer-Blond und dem Tempo eines Mittelstrecklers, seine sieben CL-Einsätze inklusive Tor und Assist nicht wiederholen kann?

Der zeitplan rast, die wade zwickt

Der zeitplan rast, die wade zwickt

Schon beim 0:1 gegen Southampton im FA Cup fehlten die beiden. Das war vor acht Tagen. Die Wade von Saka – eine Chronik seit November. Timber arbeitet sich seit seiner Knie-OP im Sommer zurück. „Hoffentlich klappt es fürs Wochenende“, sagt Arteta. Hoffnung ist kein Spielplan. Am Samstag kommt Bournemouth in die Emirates. Neun Punkte Vorsprung auf Manchester City, ein Spiel mehr in der Tasche. Die Meisterschaft liegt greifbar nah, doch die Champions League ist das Salz in der Suppe. Ohne Saka fehlt die Explosivität, ohne Timber die Balance. Ein 0:0 wäre kein Desaster, ein Gegentor würde die Rückspiel-Atmosphäre vergiften.

Arteta wird umbauen. Trossard rückt nach innen, Martinelli übernimmt Saka-Position rechts. Zinchenko oder Kiwior decken links ab, während White zentral rückt. Es funktioniert, aber nur auf Papier. In der Praxis fehlt die Automatik, die 80-Millionen-Mannschaftsnote, die Saka in jedem Zweikampf spielt. Timber vertikale Laufwege? Einmal ersetzt, nie kopiert.

Der Gegner ist heiß. Sporting schmiss Arsenal 2022 in der Gruppenphase raus, damals mit zwei Unentschieden. Amorim spielt Hochdruck, Edwards trägt den Rasen zusammen. Wenn Saka fehlt, bleibt der erste Schritt aus, der Gegner eiskalt. Wenn Timber fehlt, bleibt die Deckung offen wie eine Garage ohne Tor.

Die Wette: Wer in Lissabon gewinnt, spielt auch das Halbfinale. Die Rechnung: Ohne Saka und Timber wird sie zur Zitterpartie. Die Lösung: 90 Minuten Leidenschaft plus ein Tor aus dem Nichts. Das hat Arsenal schon öfter geliefert. Diesmal muss es reichen – sonst fliegt der Traum früh Richtung Themse.