Argentinien wackelt gegen mauritanien und liefert sich ein geständnis-eigentor
Die Albiceleste gewann 2:1 gegen den Nr. 133 der FIFA-Welt, doch das Ergebnis lügt. In einer halbleeren Bombonera klang der Sieg wie ein Warnschuss vor dem eigenen Fanblock.
Emiliano martínez zog die notbremse
»Weniger Glück als Selbstkritik«, sagte Dibu Martínez und meinte damit die zweite Halbzeit, in der Argentinien plötzlich hintenüber kippte. Der Torhüter parierte drei Male, was seine Vorderleute vermissen ließen. »Wenn wir das Trikot überziehen, muss mehr Herzblut drin sein. Die Intensität war eine Bank«, sagte er und klang dabei wie ein Kapitän, der das Schiff selbst ins Schleudern gebracht hat.
Lionel Scaloni stellte Lionel Messi zunächst nur auf die Bank und setzte auf Nico Paz und Thiago Almada. Die Jungs kamen, sahen, erzielten – Paz schlenzte einen Freistoß zum 2:0 –, doch danach verloren sie das Spiel gegen sich selbst. Die Pässe wurden länger, die Läufe kürzer, und Mauritanien, eigentlich Sparringspartner ohne Biss, biss sich fest.

Der 1:94-treffer jagt albiceleste in die knochen
Jordan Lefort netzte nach neun Minuten Nachspielzeit ein und ließ die Uhr am La Bombonera stehen. 2:1 – ein Ergebnis, das in Statistiken als Routineerfolg aussieht, im Stadion aber wie ein K.o. klang. »Die Lehren sind nicht positiv«, sagte Scaloni und klang dabei wie ein Lehrer, der gerade merkt, dass die Klasse die Sommerlektüre nicht gelesen hat.
Die spanische Presse hatte vorher über »Sparringspiele ohne Rang« gespottet. Martínez konterte mit der Schärfe eines Weltmeisters: »Bei der WM lief es genauso. Wir haben die Erfahrung, weit zu kommen – sie nicht.«
Am Dienstag wartet Sambia. Dann will Argentinien nicht nur gewinnen, sondern sich selbst wieder erkennen. Die Albiceleste muss liefern, sonst droht der nächste Abend, an dem der Jubel sich in Schulterzucken verwandelt.
