Antonelli zertrümmert suzuka und lässt mercedes jubeln – verstappen scheitert schon in q2

Die Zeitenwende in der Formel 1 ist kein Zukunftsmusik mehr. Kimi Antonelli hat auf Suzuka die nächste Standpauke verteilt, mit 1:28,778 Minuten die Pole geholt und George Russell um 0,289 Sekunden alt aussehen lassen. Mercedes steht in Reihe eins, Red Bull in Tränen – und Aston Martin? Die sind jetzt offiziell das langsamste Auto des Feldes, hinter Cadillac.

Der italienische blitz und sein silberner schlitten

Antonelli fährt nicht, er fliegt. Der 19-Jährige nahm die 130-R-Kurven wie auf Schienen, riss die Chronometer in Stücke und sammelte seine zweite Pole in Serie. Die Boxengasse jubelte, Toto Wolff grinste wie am ersten Schultag. „Er spürt das Auto, bevor es übersteuert“, sagte ein Ingenieur. Übersetzt: Der Junge ist schon jetzt schneller als die Daten.

Russell musste wieder einmal zusehen. Er legte sich noch eine Runde zurecht, aber die Reifen schrien, die Uhr blieb stumm. Zweimal hintereinander vom Teamkollegen geschlagen – das hatte er seit der Hamilton-Ära nicht mehr erlebt. Intern heißt es, der Brite habe neue Setup-Teile bekommen, Antonelli aber das bessere Gefühl.

Red bulls verpatzter samurai-auftritt

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Max Verstappen schlurfte mit hängenden Schultern zurück in die Garage. Q2-Aus, Startplatz 11 – sein schlechtestes Ergebnis seit Melbourne 2023. Der RB22 ruckelt, untersteuert, verliert Abtrieb in jeder Ecke. „Wir sind ahnungslos“, gab der Niederländer zu. Teamkollege Hadjar landete vor ihm, Lindblad auch. Die einst dominierende Bullen-Horde ist zur mittelmäßigen Herde verkommen.

Die Zahlen sind gnadenlos: 1,4 Sekunden fehlten auf Antonelli, 0,8 auf die Top-5. Motoren-Ping-Pong, aerodynamische Blindgänger, ein Fahrwerk, das auf jeden Brecktrichter reagiert – Helmut Marko schwieg diesmal, nur sein Blick schoss scharf durch die Box.

Aston martin versinkt in der eigen-katastrophe

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Die grünen Boliden rollten als letzte zurück – und nicht etwa, weil sie eine Strategie hätten. 1,9 Sekunden fehlten im Q1, die Vibrationsprobleme der Vorwochen sind ungelöst, die Zuverlässigkeit eine Wunschvorstellung. Selbst Honda, als Motorpartner eigentlich Heimspiel-Gastgeber, schaute verlegen zur Seite. Cadillac ist schneller, die eigene Fan-Base veräppelt. Ziel für Sonntag: ins Ziel kommen. Mehr nicht.

Was sonntag um 7 uhr wirklich zählt

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Antonelli könnte mit einem Sieg auch die WM-Spitze erobern – ein Novum nach nur drei Rennen. Mercedes spricht schon von „Projekt 16“, dem 16. Konstrukteurstitel. Aber Suzuka ist ein Reifenfresser, die Temperatur steigt, die Gummis platzen gern. Verstappen starte von Platz 11, ein Horror, aber hier gelangen Überholmanöver. Und Russell will Revanche, das interne Duell ist längst offen.

La Presse spricht von einem „Generationenwechsel mit Vollgas“. Die Fans an der Esses-Kurve sprechen von einem „Jungen, der die alten Götter versenkt“. Die Stoppuhr schweigt. Sie hat schon alles gesagt: 1:28,778 – und keiner war je schneller auf Suzuka.