Andreeva explodiert: schläger weg, titel weg – siniakova räumt auf
Ein Netzroller, ein Schlägerflug, ein Ausraster. Mirra Andreeva schied in Indian Wells mit Tränen und Toben aus, und die 18-jährige Titelverteidigerin lieferte das Drama, das das Turnier bislang vermisste.
Die Russin lag gegen Katerina Siniakova schon mit 4:1 im dritten Satz, als der Ball an der Netzkante hängen blieb und tödlich ins Leere fiel. Sekunden später flog ihr Racket über das Court, das Publikum piff, Andreeva schrie zurück. 3:6 im dritten, 14. Siegesserie gerissen – und mit ihr die Aura der Unbesiegbarkeit.
Siniakova profitiert, aber sie spielte auch
Die Tschechin nutzte die Gunst der Stunde nicht nur, sie erzwang sie. Mit Slice-Wechseln und druckvollen Return-Winnern zog sie Andreeva ins Laufduell, stoppte deren Rhythmuskonzept und zwang die Favoritin zu 47 unerzwungenen Fehlern. „Ich wollte ihr keine Zeit geben, sich selbst zu finden“, sagte Siniakova nach dem 6:4, 6:7(5), 6:3. „Das Netz war auf meiner Seite, okay, aber ich habe auch die Seiten gewechselt.“
Die Zahlen sprechen für sich: Siniakova verwandelte sechs von neun Breakchancen, Andreeva nur fünf von zwölf. Im entscheidenden Moment fehlte der Russin die Coolness, die sie zuletzt in Melbourne und Doha auszeichnete. Ihr Coach schüttelte ungläubig den Kopf, als sie sich nach dem Netzroller noch eine Warnung wegen Zeitvergehens einhandelte.

Alcaraz und djokovic glänzen unter der sonne kaliforniens
Während Andreeva die Nacht vermutlich wach bleibt, feiern die Top-Männer weiter. Carlos Alcaraz bügelte einen Satzrückstand gegen Arthur Rinderknech mit 14. Sieg im 14. Match 2026 weg und liest wieder wie ein Endgegner. „Ich war sauer, weil ich Chancen verbrannt habe, aber ich blieb in der Zone“, sagte der Spanier, der jetzt 23 Matches in Serie gewonnen hat.
Novak Djokovic musste gegen Aleksandar Kovacevic 16 Asse wegstecken, zog aber mit 6:4, 1:6, 6:4 den Kopf aus der Schlinge. Der Serbe servierte selbst nur drei Asse, schlug aber 71 % der zweiten Aufschläge ein – ein Wert, den selbst er selten erreicht. „Manchmal gewinnt eben der, der besser zuhört“, kommentierte er trocken.
Alexander Zverev erwartet am Dienstag Frances Tiafoe, der in der Wüste wieder zu alter Form aufläuft. Die deutsche Hoffnung schrumpft – nach dem Aus von Laura Siegemund ist kein DTB-Spieler mehr im Damenfeld. Und Andreeva? Sie flog, schimpfte und lernte. Die Saison ist lang, aber Indian Wells bleibt eine klare Lektion: Talent reicht nicht, wenn das Netz sich gegen dich verschworen hat.
