Andreas obst bleibt: bayern zieht den bayern-boy fest ans münchner herz

Es ist vollbracht. Halb Europa wollte ihn abwerben, doch Andreas Obst dreht nicht ab. Der Welt- und Europameister unterschreibt bis 2027 beim FC Bayern Basketball – und wird auf einen Schlag zum bestbezahlten Deutschen der Liga.

Der deal, der hainer „bis an die grenze“ trieb

Präsident Herbert Hainer gibt sich kämpferisch: „Wir mussten uns strecken, klar. Andi hätte anderswo noch mehr kassiert.“ Die Ablösesumme, so hört man intern, wäre locker achtstellig geworden. Stattdessen investiert der Rekordmeister in Infrastruktur, Medizin, individuelles Personal – und eine eigene Merchandising-Linie, die es so in der 76-jährigen Geschichte des Klubs noch nie gab. „Wir machen aus ihm das Gesicht des deutschen Basketballs“, sagt Hainer und lacht verschmitzt: „Überzeugen mussten wir ihn kaum.“

Die Zahl, die Münchner schwanken lässt: 2 Millionen Euro netto pro Saison. Damit katapultiert sich der 29-Jährige nicht nur an die Spitze des Bayern-Kaders, sondern auch in die Top-Verdiener-Zone der gesamten EuroLeague. Ein Statement – und gleichzeitig ein Pflichtfeldzug. Denn ohne Obst wäre der Angriff der Bayern dieses Jahr zusammengebrochen: 15,5 Punkte Schnitt in der EuroLeague, 44 Prozent Dreierquote, 91 Prozent Freiwurfquote. Zahlen, die sich selbst erklären.

„München ist meine basketball-heimat“

„München ist meine basketball-heimat“

Obst selbst redet das Ganze klein. „Gerüchte gab’s viele, aber mein Herz hat nie gezögert.“ Fünf Jahre ist er nun schon in München, gelernt hat er hier, gewachsen ist er hier, geheiratet hat er hier. „Warum wechseln, wenn ich hier alles habe?“ Die Antwort lautet: Titel. Viele Titel. „So viele wie möglich“, sagt er und meint damit nicht nur die Bundesliga, sondern den EuroLeague-Coup, der den Bayern seit Jahren wie eine Fata Morgana vorschwebt.

Die Saison 2023/24 ist gelaufen – Platz neun, kein Playoff-Einzug. Das war der Auslöser. „Es wäre fatal gewesen, wenn er gegangen wäre“, gesteht Hainer. Jetzt wird das Team um Obst neu gebaut. Ein neuer Import-Point-Guard ist schon verpflichtet, ein litauischer Center soll folgen. Die Botschaft: Bayern spielt nicht nur mit Geld, sondern mit Identifikation. „Wir wollen ein deutsches Kerngerüst, das international mithalten kann“, sagt Sportdirektor Daniele Baiesi.

Der deutsche basketball bekommt ein gesicht – und das ist bärisch

Die Entscheidung Obst’ ist mehr als ein Personalie. Sie ist ein Machtwort in einer Liga, die seit Jahren von US-Importen dominiert wird. Mit ihm bleibt der deutsche MVP-Kandidat in der Bundesliga, bleibt die Identifikationsfigur für ein ganzes Land. Und sie ist ein Warnschuss an die Konkurrenz: München baut nicht nur um, München baut auf – mit einem Nationalspieler, der bereit ist, seine Prime Jahre in die Alpenstadt zu stecken.

Die Fans reagieren euphorisch. Innerhalb von zwei Stunden waren die ersten Obst-Jerseys der neuen Kollektion ausverkauft. Die Nachfrage nach Dauerkarten stieg um 37 Prozent. Die Geschäftsstelle meldet Überstunden. Selbst die Basketball-Bundesliga twittert einen Schmunzler-Smiley. Denn wenn der deutsche Shooting-Star bleibt, bleibt auch die Aufmerksamkeit.

Am Ende zählt eine einzige Wahrheit: Wer den Bayern jetzt die Schale entreißen will, muss an Obst vorbei – und das wird teuer. Nach der Vertragsunterzeichnung legt sich der Weltmeister die Hand aufs Herz und sagt: „Ich will hier Geschichte schreiben, nicht nur lesen.“ Für München ist das ein Versprechen. Für den Rest der Liga ein Albtraum.