Siegemund explota: osaka-auftritte als „modenschau“ kritisiert

Paris – Laura Siegemund hat nach ihrem frühen Aus bei den French Open eine deutliche Ansage gemacht. Die deutsche Tennisspielerin äußerte sich harsch über die Behandlung von Naomi Osaka und warf der Japanerin vor, eine Sonderbehandlung zu erfahren, die sie selbst nicht genießen könne.

Ungleichbehandlung auf dem court suzanne-lenglen

Ungleichbehandlung auf dem court suzanne-lenglen

Nach der 3:6, 6:7 (3:7)-Niederlage im Erstrundenspiel äußerte sich Siegemund im Eurosport-Interview frustriert über die unterschiedliche Behandlung von Spielerinnen. Während sie selbst und andere Spielerinnen streng an die Regeln gehalten würden, insbesondere bezüglich der Zeit nach dem Spiel, erhalte Osaka offenbar mehr Freiraum. „Bei jedem Turnier wird bis auf die letzte Sekunde darauf geachtet, bis man sein Fläschchen ausgepackt hat. Und sie kann sich dann noch anderthalb Minuten lang umziehen, da habe ich ein Problem“, so Siegemund.

Die Kritik richtete sich nicht gegen Osaka persönlich, sondern gegen die Diskrepanz in der Anwendung der Regeln. „Ich komme hier her, um Tennis zu spielen und keine Modenschau zu machen“, betonte Siegemund. Sie forderte, dass auch bei extravaganten Auftritten wie denen Osakas die Zeitlimits und Regeln eingehalten würden. „Wenn andere das machen wollen, dann ist das für mich okay, sollte aber auch auf jede Sekunde geschaut werden.“

Osaka sorgte bereits vor dem Spiel für Aufsehen mit ihrem auffälligen Outfit. Sie betrat den Court Suzanne-Lenglen in einem schwarzen, bodenlangen Glitzerkleid, das sie im Laufe des Matches gegen ein bronzefarbenes Glitzer-Outfit tauschte. Diese Inszenierung, die an frühere Auftritte bei den Australian Open mit Schirm, Hut und Schleier erinnerte, wurde von Siegemund zwar nicht grundsätzlich kritisiert, doch die daraus resultierende vermeintliche Sonderbehandlung stieß sie auf. „Es würden einmal mehr größere Namen anders behandelt werden, als wenn ich so lange bräuchte oder so ein Outfit an hätte und hier nochmal ein Päuschen und da nochmal ein Päuschen brauche. Dann würde der Schiedsrichter eine Time Violation aussprechen. Bei ihr sagt er nichts.“

Die viermalige Grand-Slam-Siegerin Osaka hat mit ihren ungewöhnlichen Auftritten eine Debatte über die Grenzen des sportlichen Ausdrucks und die Gleichbehandlung von Spielerinnen ausgelöst. Ob diese Kontroverse die zukünftigen Regeln und die Art und Weise, wie Schiedsrichter Spiele leiten, beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Die Tatsache, dass eine etablierte Spielerin wie Siegemund sich öffentlich zu Wort meldet, deutet jedoch darauf hin, dass das Thema in der Tenniswelt Anklang findet.