Andrade: faustfeuer in huesca – sperre droht!

Schlagzeilen in der spanischen zweiten Liga: Torhüter Esteban Andrade von Real Saragossa steht vor einer mehrwöchigen Sperre, nachdem er im Derby gegen SD Huesca völlig die Kontrolle verlor. Der 35-jährige Leihspieler von CF Monterrey muss sich nun wegen eines unsportlichen Angriffs verantworten, der das brisante Duell erheblich trübte.

Der ausraster und seine folgen

Der ausraster und seine folgen

Die Partie endete mit einer 0:1-Niederlage für Saragossa, doch das Ergebnis erscheint fast nebensächlich angesichts des Vorfalls. Nach einem hitzigen Wortgefecht mit Innenverteidiger Jorge Pulido, ausgelöst durch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung, schubste Andrade seinen Gegenspieler zu Boden. Der Rote Karton allein wäre noch verkraftbar gewesen, doch die darauffolgende Tätlichkeit – ein Schlag ins Gesicht des bereits aufstehenden Pulido – sorgte für Entsetzen auf und neben dem Platz. „Ich möchte mich aufrichtig bei Jorge entschuldigen. Wir sind Kollegen und das darf nicht passieren“, erklärte Andrade am Montag reumütig.

Doch die Entschuldigung dürfte nicht vor einer rigorosen Strafe schützen. Das Disziplinarreglement des spanischen Fußballverbands sieht eine Sperre zwischen elf und 16 Spielen vor – ein herber Schlag für Saragossa im Kampf um den Klassenerhalt. Die Vereinsführung reagierte prompt: „Wir haben Szenen erlebt, die diesem Sport nicht würdig sind“, hieß es in einer offiziellen Erklärung. Der Verein verurteile das Verhalten „aufs Schärfste“ und werde selbst ebenfalls disziplinarische Maßnahmen ergreifen.

Andrade versuchte, seinen Ausbruch mit einer „Extremsituation“ zu rechtfertigen. Er räumte ein, die Beherrschung verloren und überreagiert zu haben. „Das würde ich nicht wieder tun“, beteuerte er, „ich bin eine öffentliche Person und ein Profi.“ Sein Angebot, sich den Entscheidungen des Verbands zu fügen, lässt wenig Hoffnung auf eine Milde in der Strafe erkennen. Die Zahl, die nun im Raum steht – bis zu 16 Spiele – wirft einen langen Schatten auf die restliche Saison von Saragossa und die Karriere des argentinischen Keepers.

Die Ironie des Schicksals: Andrade, ein erfahrener Routinier, der eigentlich Stabilität in die Abwehr bringen sollte, hat nun selbst für Chaos gesorgt. Sein Fehlverhalten hat nicht nur seinen Ruf beschädigt, sondern auch das Ansehen seines Vereins und der gesamten Region getrübt. Die Fans sind enttäuscht, die Mannschaft geschockt – und der Kampf um den Klassenerhalt ist nun noch schwieriger geworden.