Aleix garcía bleibt zu hause: die zahlen lügen nicht

Stefan Fischer, TSV Pelkum Sportwelt – Wer dachte, Aleix García wäre ein Fixpunkt in Luis de la Fuentes Kaderplan, wurde heute aus dem Traum gerissen. Der 26-jährige Mittelfeldstratege von Bayer Leverkusen fehlt auf der Liste für die Testspiele gegen Serbien und Ägypten. Kein Verletzungsfall, keine Disziplin-Strafe – einfach nur ein Weitergehen des spanischen Trainers, ohne den Mann, der in dieser Saison 2.859 Ballkontakte sammelte – mehr als jeder andere Akteur der fünf großen Ligen.

Die bundesliga guckt kaum jemand, die daten schon

García selbst hatte noch vor drei Tagen in MARCA betont: „Ich war in jeder Länderspielphase dabei, es ist wichtig, dabei zu bleiben.“ Dann das Nein. Leverkusen liegt zwar nur auf Platz sechs, flog gegen Arsenal aus der ChampionsLeague und schlurft halbgeschmolzen durch den Pokal – doch der Katalane selbst liefert Woche für Woche Powerpoint-Vorlagen für Analysten. 43 Pflichtspiele, 2.363 erfolgreiche Pässe von 2.544 Versuchen, 324 Bälle ins letzte Drittel – achtbeste Quote Europas. Fünf Tore, neun Assists. Statbomb-Hudl adelt ihn zudem zum Top-„Linienbrecher“ der Bundesliga: 11,5 progressive Pässe pro 90 Minuten, mehr als Joshua Kimmich (10,7) und Angelo Stiller (9,4).

„Ich habe den Nachteil, dass die Bundesliga weniger verfolgt wird und wir seltener im Fokus stehen“, sagte García vor dem Knall. „Wenn die Leute sie sehen würden, würden sie vielleicht anders urteilen.“ Die Worte klingen heute wie ein Kommentar zur eigenen Nicht-Berücksichtigung. Denn die Logik des selektiven Fernsehpublikums zieht auch in den spanischen Föderationsbüros Kreise – wer nicht jede Woche im Prime-Time-Stadion steht, muss mit Zahlen glänzen. García liefert sie, bekommt aber keinen Platz im Flieger nach Valencia und Madrid.

Beste saison, keine belohnung

Beste saison, keine belohnung

Für ihn persönlich ist das Spieljahr 2023/24 dennoch die beste seiner Karriere. „Ich spiele fast alles, ich spiele auf hohem Niveau“, sagte er vor Wochen. Der Sprung von Girona nach Leverkusen bedeutete mehr Europapokal, mehr Druck, mehr Läufe ohne Ball. Er meisterte die Hausaufgaben, aber die Note für die Spanisch-Prüfung verspätet sich. Luis de la Fuente setzt stattdessen auf andere Profile – vielleicht athletischere, vielleicht medienwirksamere. Der Coach hat das Recht, nicht zu erklären. Und García? Der kehrt zurück aufs Trainingsgelände an der BayArena, wo am Mittwoch die Vorbereitung auf das Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern beginnt. Ein möglicher Titel wäre die Antwort, die keine Worte braucht.