Alba berlin: mattisseck kämpft – und bringt vechta zum zittern
Berlin brodelte, und das nicht nur wegen der heißen Sommernächte. Alba Berlin hat sich im vierten BBL-Viertelfinale gegen Vechta mit 83:79 durchgesetzt und die Serie ausgeglichen. Doch der Sieg war teuer erkauft – und vor allem von einem Mann geprägt: Kapitän Jonas Mattisseck.
Ein kämpferherz trotz fouls und verbalduell
Die Statistiken nach dem Spiel mögen nicht beeindrucken: fünf Punkte, ein Rebound, ein Steal in zehn Minuten und fünf Fouls. Doch wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass Mattisseck weit mehr war als nur diese Zahlen. Er war der Anführer, der den Ton angab und Vechtas Spielmacher Alonzo Verge in einem hitzigen Privatduell zur Weißglut trieb. Bereits nach 13 Minuten kassierte er sein zweites Foul, doch das hielt ihn nicht davon ab, Verge sowohl defensiv hart zu attackieren als auch mit ein paar frechen Worten aus dem Konzept zu bringen.
Das Ergebnis war deutlich sichtbar: Verge, der in den vorherigen Spielen noch dominant agierte, konnte seine Leistung nicht wiederholen. In 23 Minuten erzielte er lediglich 17 Punkte (5 Assists) – ein deutlicher Rückgang gegenüber seinen 24 Punkten und 10 Assists zwei Tage zuvor. Und dann der entscheidende Fehlpass kurz vor Schluss, den Alba abfing und zum Siegtreffer unterbrachte. Ein entscheidender Moment, der Mattissecks Einfluss auf das Spiel unterstreicht.
„Das war nichts Persönliches zwischen Alonzo und mir“, betonte Mattisseck nach dem Spiel. „Ich habe versucht, hart zu verteidigen. Aber vor allem bin ich superstolz auf mein Team. Die Situation vor Spiel vier war wirklich nicht leicht.“

Die entwicklung des teams – ein blick nach vorne
Alba steht nun vor einer entscheidenden Aufgabe: Am Mittwoch (18:30 Uhr, live auf Dyn und Welt.tv) geht es in Berlin darum, die Serie zu entscheiden und den Einzug ins Halbfinale zu sichern. Dort wartet bereits die Überraschungsmannschaft Bamberg, die sich in drei Spielen gegen den Vize-Meister Ulm durchgesetzt hat.
Mattisseck sieht eine deutliche Entwicklung seines Teams, sowohl über die gesamte Saison hinweg als auch in den kritischen Playoff-Phasen. Die Tatsache, dass Alba in der Schlussphase so cool blieb, zeige die Reife des Teams. „Wir hatten auch nur elf Ballverluste. Und es war hervorragend, wie Martin Hermannsson das Team geleitet und die Ruhe bewahrt hat“, lobte Mattisseck seinen Teamkollegen.
Die Berliner Fans sollen nun ihren Teil dazu beitragen, das Team zum Sieg zu führen. „Wir brauchen alle Berliner, brauchen eine volle Halle, die volle Unterstützung unserer Fans. Auch wenn das Spiel fünf jetzt etwas kurzfristig ist. Doch wir werden alles reinhauen, um das Halbfinale klarzumachen.“ Die Spannung ist kaum zu überbieten – und Alba Berlin ist bereit, den Kampf aufzunehmen.
