Alba berlin kassiert den könig: cl-k.o. gegen málaga droht
Pedro Calles schluckte sichtbar, als der Name Unicaja Málaga aus dem Lostopf fiel. Alba Berlin muss im Viertelfinal der Basketball Champions League gegen den Titelverteidiger ran – und hat nur zwei Heimspiele, um den Traum vom Final Four am Leben zu halten.
Der zeitplan, der alba unter druck setzt
Los geht’s am 31. März oder 1. April in der Andalusier-Arena, einem Kessel, in dem europäische Topteams regelmäßig verdursten. Die Rückspiele folgen am 7. oder 8. April in der Mercedes-Benz Arena. Steht es nach zwei Spielen 1:1, entscheidet am 14. oder 15. April ein „Game 3“ wieder auf spanischem Parkett. Für Alba also: zwei Siege nötig, nur eines davon zuhause – ein Kalkül, das selbst Optimisten schlucken lässt.
Die Zahlen sprechen gegen die Berliner: In den letzten fünf CL-Duellen mit spanischen Klubs holte Alba nur einen Sieg. Málaga kommt mit zwölf Pfund Selbstvertrauen an, schließlich haben sie das Turnier 2025 in Athen dominiert. Dazu ein Personalproblem: Louis Olinde laboriert an einer Sprunggelenksprellung, Topscorer Jaleen Smith ist seit Wochen nicht in Bestform. Calles wird seine Rotation vermutlich wieder auf die jungen Wilden wie Malte Delow und Elias Rapieque verlängern müssen.

Warum die serie trotzdem offen ist
Ein Hoffnungsschimmer kommt aus der Defence. Seit der Top-16-Runde stellt Alba die zweitbeste Feldwurfquote der Liga (49,3 %). Center Christ Koumadje blockte in den letzten vier Spielen neun Würfe – mehr als jedes andere CL-Rotationsspieler. Wenn es gelingt, Málagas punktstarken Guard Dylan Osetkowski früh unter Druck zu setzen und die Pick-and-Roll-Switch-Defense konstant umzustellen, kann der Underdog die Favoritenrolle durcheinanderbringen.
Die emotionale Komponente: 2021 schied Alba im selben Wettbewerb gegen Málaga im Halbfinale aus. Immer noch ein offene Rechnung im Kader, erinnern sich Insider. „Wir wollten diese Serie“, flüsterte Nationalspieler Agbakoko nach der Auslosung seinem Physio zu. Klingt nach Selbstüberschätzung, ist aber ein Zeichen: Dieses Team sucht die Konfrontation, statt sie zu scheuen.
Der wirtschaftliche Aspekt drängt sich ebenfalls auf. Das Final Four in Badalona bedeutet mindestens 500.000 Euro Preisgeld plus Zuschauereinnahmen – für einen Klub, der seit Jahren rote Zahlen schreibt, ein Sechser im Lotto. Geschäftsführer Marco Baldi ließ verlauten, man habe „jeden Hebel in der Halle gezogen“, um für mögliche Heimspiele 3 und 4 zusätzliche Sitzplatzbereiche zu schalten. Die Nachfrage ist längst da: Die erste Kontingentstufe für das Viertelfinal-Heimspiel war innerhalb von 47 Minuten ausverkauft.
Die Rechnung ist denkbar einfach: Entweder Alba schafft den Coup und fliegt nach Badalona – oder die Saison endet abrupt, bevor die Play-off-Tickets in der Bundesliga überhaupt gebucht sind. Die Fans spüren die Brisanz, die Spieler auch. Und Málaga? Die haben bereits Hotels in Berlin reserviert. Ob sie gebraucht werden, entscheidet sich in den nächsten drei Wochen. Für Alba heißt es: Alles auf eine Karte – und diese Karte heißt Selbstvertrauen.
