Sinner schreibt geschichte: kann er den djokovic-rekord brechen?

Rom – Jannik Sinner steht vor dem größten Moment seiner Karriere. Der Weltranglistenerste trifft heute im Viertelfinale der Italian Open auf Andrey Rublev und hat die Chance, einen historischen Rekord zu knacken: Er könnte die längste Siegesserie in Masters-1000-Turnieren der Geschichte aufstellen und damit Novak Djokovic übertrumpfen.

Ein italienischer triumph nach 50 jahren?

Ein italienischer triumph nach 50 jahren?

Die Spannung ist kaum zu überbieten. Sinner, der junge Star aus Südtirol, hat bisher eine Saison wie aus dem Lehrbuch hingelegt. 31 Consecutive Siege in Masters-1000-Turnieren – eine Leistung, die seinesgleichen sucht und ihn gleichrangig mit Djokovic aus dem Jahr 2011 macht. Ein Sieg gegen Rublev würde ihn an die Spitze der Bestenliste katapultieren und gleichzeitig die Hoffnung auf einen italienischen Triumph in Rom befeuern, einem Turnier, das seit 1974 von einem italienischen Spieler gewonnen wurde – damals Adriano Panatta.

Die Bilanz spricht für Sinner: In sieben von zehn bisherigen Duellen gegen Rublev behielt der Italiener die Oberhand. Doch Tennis ist unberechenbar, und Rublev, bekannt für seine explosive Spielweise, wird alles daran setzen, die Siegesserie von Sinner zu beenden. „Er hat so viel gewonnen, dass er irgendwann verlieren muss“, so Rublev mit einem Augenzwinkern – eine Strategie, um den immensen Druck von Sinner abzulenken.

Doch Sinner scheint unaufhaltsam. Wie ein Formel-1-Pilot, der auf der Pole-Position sitzt, ist er bereit, Vollgas zu geben. Seine Vorbereitung war akribisch: Nach dem Sieg gegen Pellegrino, dem er mit einem herzlichen „Grande Andrea“ auf der Kamera huldigte, absolvierte er ein intensives Training auf dem Platz 5, wo er sich dank der Privatsphäre und der fehlenden Zuschauer besonders gut konzentrieren konnte. Dabei wurde er von Casper Ruud unterstützt, der Sinner öffentlich gegen Vorwürfe verteidigt hat, er sei ein emotionsloser Roboter. „Es ist unglaublich schwierig, auf diesem Niveau Tennis zu spielen und es gleichzeitig so mühelos aussehen zu lassen“, lobte Ruud.

Auch ein Training mit Tomas Etcheverry, bei dem der Fokus auf dem Volleylauf lag, gehörte dazu. Sinner, stets mit einem Lächeln auf den Lippen, zeigte einmal mehr seine Professionalität und seinen unbändigen Willen zum Erfolg. Darren Cahill, einer seiner Trainer, betonte: „Wir versuchen, die Anspannung vor einem Match mit ein paar Spielen zu lockern, damit er aktiv und konzentriert bleibt. Der Druck ist immer da, denn jeder Spieler träumt davon, den Weltranglistenersten zu schlagen.“

Heute wird sich zeigen, ob Sinner diesen Druck in einen weiteren historischen Sieg verwandeln kann. Rublev mag ein „wilder Hengst“ sein, aber Sinner ist bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen – für sich selbst, für Italien und für die Ewigkeit der Tennisgeschichte.