Alba berlin dreht 21-punkte-drama gegen rostock – delow wird zum angsthasen
Ein Ruck ging durch die Mercedes-Benz Arena. Dann explodierte die Halle. Alba Berlin verlangte sich selbst alles ab, rang die Rostock Seawolves mit 89:85 nieder und bewies: Die Saison ist noch lange nicht gelaufen.
21 Punkte Rückstand im dritten Viertel. Wer da noch an eine Wende glaubte, gehörte zur Minderheit. Doch Malte Delow scherte sich nicht um Statistiken. Der 24-Jährige schraubte sich zu 27 Punkten, traf aus allen Lagen und ließ die Seawolves-Defense alt aussehen. „Wir haben einfach weitergespielt, Punkt um Punkt“, sagte Delow, noch sichtlich mitgenommen. Die Körpersprache verriet mehr als seine Worte: Dieser Sieg war keine Routine, sondern ein Befreiungsschlag.

Coach calles’ halbzeitrede wurde zur zündung
Pedro Calles hatte zur Pause die Kabine gedämmt. Die Ansage war klar: Tempo erhöhen, Defense verschieben, sonst droht das nächste Debakel nach dem 68:99-Super-GAU gegen MBC. Seine Spieler hörten hin. Berlin startete mit einer 14:0-Serie, schaltete die Rostocker Auswärtsstärkung aus und zog in Schlussphase erstmals vorentscheidend mit 83:80 davon.
Die Seawolves, sonst so abgeklärt, verloren den Faden. Elias Baguette verpasste zwei offene Dreier, Center Sam Griesel foulte sich mit 37 Sekunden vor Schluss raus. Die Nordlichter schauten danach nur noch zu, wie Berlin die letzten Freiwürfe versenkte. 89:85 – die Anzeigentafel verweigerte sich lange dem endgültigen Stand, als wolle sie das Drama verlängern.
Die Tabelle lügt nicht: Alba behält Platz zwei, verkürzt den Abstand auf Bayern auf zwei Siege und gibt der Liga ein Signal. Rostock rutscht auf Rang sieben, muss um die Top-Vier bangen. Die Playoff-Luft wird dünner.
Am Freitagabend machten die MHP Riesen Ludwigsburg mit einem 97:65-Kantersieg gegen die Frankfurt Skyliners ebenfalls auf sich aufmerksam. Doch die Hauptstadt schlägt die größere Schlagzeile. Denn wer so zurückkommt, dem traue ich auch im Pokal alles zu. Die Saison bleibt offen – und Delow hat seinen Durchbruch gefeiert.
