Atalan vor der entlassung: wac bangt gegen altach um den letzten strohhalm
17 Uhr, Lavanttal, 24. Spieltag der Qualifikationsgruppe: Für Ismail Atalan beginnt jetzt die Stunde der Wahrheit. Seine Wolfsberger empfangen den formstarken SCR Altach – und ein weiterer Fehlstart könnte den Deutschen die Jobs kosten.
Seit Mitte November nur ein einziger Sieg, dazu Pokal-Blamage gegen Dornbirn. Die Statistik liest sich wie ein Todesurteil: zwei Punkte aus den letzten sechs Partien, Tabellenplatz 11, nur vier Zähler Vorsprung auf die rote Laterne. Während Altach seit Jahresbeginn elf Punkte holte und am 1. Mai im Cup-Endspiel steht, rutscht der WAC in Richtung zweite Liga. Die Fans pfeifen, die Spieler schauen sich auf dem Rasen wie Fremde an. Atalan spürt den Druck, redet sich aber heraus: „Das gehört zum Business dazu.“
Atalan wirbt um zeit, zaric warnt vor überheblichkeit
SCR-Coach Ognjen Zaric will die Krise des Gegners ausnutzen, aber er traut seinem Team nicht zu, schon ans internationale Geschäft zu denken. „Wenn wir jetzt anfangen, Träume zu schüren, dann heben wir ab und vergessen die Realität“, sagt der Tiroler, dessen Elf die beiden Saisonduelle gegen den WAC bereits gewann. Für ihn zählt nur der Klassenerhalt – und der ist mit zehn Punkten Vorsprung auf Linz so gut wie sicher.
Beim WAC hingegen ist nichts sicher. Atalan schwört, „mein Bestes“ zu geben, weiß aber: Wenn das Beste nicht reicht, ist die Länderspielpause seine letzte. Die Kabine hinter ihm noch loyal, doch die Geduld des Vorstands endet am Samstag. Ein Punkt reicht nicht, ein Sieg ist Pflicht.

Ried jagt rehabilitation im derby, gak will revanche in innsbruck
Nur 72 Stunden nach dem Elfmeter-Krimi gegen Blau-Weiß Linz wartet auf die SV Ried das nächste Endspiel – wieder in Linz. Coach Maximilian Senft muss auf Michael Sollbauer verzichten, dafür rotiert er kräftig. „Das Derby mobilisiert vielleicht zwei Prozent mehr“, sagt er, doch die Frage lautet: Reicht das nach 120 Cup-Minuten?
Michael Köllner auf der Gegenseite fordert einen Heimsieg ein, sonst wird die rote Laterne zum Schleudersitz. Sein Blau-Weiß fehlen sechs Punkte auf das rettende Ufer, gegen Ried kassierte man in dieser Saison schon zwei Niederlagen. Goiginger, Bakatukanda und Conde sind zurück – doch die Knie zittern im Tabellenkeller.
In Innsbruck fordert der GAK Revanche für die 0:2-Heimpleite vor zwei Wochen. Matthäus Taferner könnte die WSG verstärken, während Tobias Koch und Jacob Italiano bei den Grazern wieder fit sind. Drei Punkte trennen die beiden Teams – und der erste Auswärtssieg des GAK seit November würde die Wattener überholen.
Kick-off 17 Uhr, sechs Teams, drei Partien – und ein Trainer, der um seine Zukunft kämpft. Wenn Atalan heute nicht liefert, ist die Entscheidung nur noch Formsache. Die Uhr tickt. Der Ball rollt. Das Lavanttal hält den Atem an.
