Akouokou fällt erneut aus: zaragozas teurer leihspieler droht die bank zu verlassen

Real Zaragoza zahlt Paul Akouokou ein Spitzengehalt, doch der Mittelfeldspieler liefert seit Monaten keinerlei Gegenleistung. Nun fehlt er wieder verletzt – und Trainer David Navarro verzichtet ohnehin auf ihn.

700 Minuten saisonbilanz, neue knieblessur, kein einsatz seit februar

Die medizinischen Tests bestätigten am Donnerstag den Verdacht: Band- oder Kapselzerrung im rechten Knie. Der Klub schweigt zum Grad, doch intern rechnet man mit einer Ausfallzeit von vier bis acht Wochen. Für Akouokou ist es der nächste Tiefschlag in einer Katastrophen-Saison. Seit dem 22. Februar in Andorra stand er nicht mehr auf dem Platz. Elf Partien, 716 Minuten – das ist die ernüchternde Statistik des Ivorers, der als Sechser mit Balleroberer-Qualitäten angekündigt wurde und nun sogar hinter dem 19-jährigen Ander-Iru auf der Liste der defensiven Optionen rangiert.

Die Verantwortlichen stellen die Frage, ob die hohe Gehaltslast überhaupt noch tragbar ist. Akouokous Leihgebühr plus Gehalt belaufen sich auf geschätzte 1,3 Millionen Euro – ein Posten, der sich angesichts der sportlichen Bedeutungslosigkeit wie ein Bärendienst auf dem Konto liest. Auch Valery, mit ähnlich dickem Vertrag, steht auf Abruf, wurde aber schon mehrfach in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Beide kamen im Sommer als „Schlüsselspieler“ – heute wirkt ihr Namenstransfer wie ein interner Fehlkauf.

Navarro kann auf larios und bare zurückgreifen

Der Trainer muss sich ohnehin neue Lösungen einfallen lassen. Gegen Racing Santander am Sonntag (16.15 Uhr, Ibercaja Estadio) kehren Juan Larios und Keidi Bare zurück, die in A Coruña noch gesperrt fehlten. Bare dürfte direkt wieder ins zentrale Mittelfeld rücken, wo Akouokou eigentlich hätte wirbeln sollen. Larios kämpft mit Fran Gámez um den Platz links außen – ein offener Konkurrenzkampf, der der Mannschaft mehr bringt als ein Leihspieler, der nur die Tribüne füllt.

Der Vertrag des 26-Jährigen läuft am 30. Juni aus, danach kehrt er zu Olympique Lyon zurück. In Aragónien rechnet niemand mehr mit einer Kaufoption. Die Rechnung ohne sportlichen Nutzen ist für Zaragoza ein finanzieller und sportlicher Super-GAU – und ein Lehrstück darüber, wie schnell ein vermeintlicher Star zum Platzwart der Bank wird.