Ägyptens tor-wunder kommt nach thüringen: mai gomaa löst lövgren ab
Mit einem Transfer von internationalem Format schlägt der Thüringer HC ein neues Kapitel auf. Mai Gomaa, die zurzeit beste Torhüterin Afrikas, wechselt vom polnischen Erstligisten Energa AZS Koszalin in die Frauen-Handball-Bundesliga. Die 26-Jährige folgt auf Schwedin Christina Lövgren Hallberg, die den Verein nach dieser Saison verlässt.
Ein blick in plock reicht – müller war sofort feuer und flamme
Cheftrainer Herbert Müller entdeckte Gomaa bei der Afrika-Meisterschaft, wo sie als beste Torhüterin des Turniers geehrt wurde. „Ihr Profil war genau das, was wir gesucht haben: eine Reaktionsschnelle, lange und mutige Spielerin, die Laura Kuske auf höchstem Niveu herausfordert“, sagt Müller. Die Statistik der polnischen Liga sprach ebenfalls für sich: Gomaa führt die Parade-Statistik mit 38 Prozent Fangquote an und ließ selbst europäische Top-Klubs aufhorchen.
Für Gomaa ist der Wechsel ein Karrieresprung. „Ich wollte immer in einer der stärksten Ligen der Welt spielen. Der THC bietet perfekte Strukturen, eine klare Philosophie und Fans, die Handball lieben“, sagt sie. Die Ägypterin unterschreibt für zwei Jahre mit Option auf Verlängerung. Ihr Vertrag läuft ab Sommer, sie wird direkt im Trainingslager in Oberhof erwartet.

Internationale konkurrenz im kasten
Mit Kuske und Gomaa besitzt der THC nun das wohl exotischste Torhüter-Duo der Liga. Müller plant einen offenen Kampf um den Stammplatz. „Laura hat sich durch Leistung den Status erarbeitet. Mai bekommt die gleiche Chance. Wenn beide ihre Top-Form zeigen, haben wir in jedem Wettbewerb eine doppelte Chance auf den Titel“, so der Coach.
Die Integration läuft schon. Gomaa erhält Deutsch-Unterricht, ein eigenes Athletik-Programm und eine Wohnung direkt am Trainingszentrum. „Wir wollen, dass sie sich sofort heimisch fühlt. Ihre Qualität ist unbestritten, jetzt geht es um Details“, sagt Müller.
Die Fans reagieren euphorisch. Die Facebook-Gruppe „THC Supporters“ zählt innerhalb von 24 Stunden über 300 Kommentare, in denen sich Anhänger freuen, „endlich wieder eine Tor-Queen“ zu haben. Auch Sponsoren signalisieren Interesse an einer Kooperation mit Gomaa, die in Ägypten bereits als Sport-Ikone gilt und über 400.000 Instagram-Follower verfügt.
Die Liga freut sich ebenfalls. „Ein afrikanischer Import auf dieser Position ist ein Novum“, sagt Liga-Geschäftsführer Stefan Kühl. „Wir hoffen, dass Mai Gomaa weitere Talente aus dem arabischen Raum motiviert, den Weg nach Deutschland zu wagen.“
Am 19. August beginnt die Vorbereitung. Gomaa wird mit Koffer, Handschuhen und dem Ziel anreisen, Geschichte zu schreiben. Wenn sie ihre Fangquote aus Polen bestätigt, könnte aus dem nächsten Saisonstart schnell ein Meisterlauf werden. Der THC hat den nächsten Coup gelandet – und die Konkurrenz schaut neidisch auf Thüringen.
