Kiel kassiert debakel in stuttgart: erste niederlage gegen tvb reißt cl-löcher
Der Rekordmeister ist blutig geblieben. THW Kiel verlor zum ersten Mal in 22 Bundesliga-Jahren beim TVB Stuttgart, kassierte eine 27:32-Klatsche und droht ausgerechnet im WM-Jahr den Anschluss an die Königsklasse zu verlieren. Die Stuttgarter feierten ihr historisches Werk mit 6.211 fans in der Porsche-Arena – und Filip Jicha musste die Scharte schlucken.
Die schwächephase, die alles kostete
Kurz nach dem Seitenwechsel führte Kiel noch 18:16, doch dann rissen die Fäden. Ein 0:5-Lauf innerhalb von fünf Minuten, vier technische Fehler in Serie, und Stuttgart setzte sich auf 21:18 ab. Kiels Abwehr wirkte wie gelähmt, Kuzmanovic im Tor der Schwaben parierte drei Siebenmeter in Folge – das Pendel schlug für immer um. Lars Walther, TVB-Coach, riss die Arme hoch: „Wir haben Kiel heute nicht einfach besiegt, wir haben sie zerlegt.“
Die Zahlen sind gnadenlos: 21 Gegentore in der zweiten Hälfte, 16/3-Tore-Serie von Kristian Häfner, erstmal seit 2002 kein Punktgewinn in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Für Jicha war es die fünfte Saisonniederlage – so viele kassierte der THW erst in Spieltag 32 der Vorsaison. Die Konkurrenz aus Flensburg, Magdeburg und Co. wittern Morgenluft.

Gummersbach dank videobeweis – und einem jubilar
Die Schwalbe-Arena bebte. Julian Köster markierte mit seinem 500. Liga-Treffer den 28:27-Endstand gegen TBV Lemgo – aber erst, nachdem die Schiedsrichter den letzten Wurf der Gäste per Video noch abgepfiffen hat hatten. 4.132 Zuschauer atmeten auf, der VfL rückt auf Platz vier vor. „Ein Tor, das in die Vereinsgeschichte eingeht“, sagte Köster, dessen Familie live dabei war.

Flensburg demoliert leipzig mit drei roten
Drei Rote Karten – und trotzdem ein Kantersieg. SG Flensburg-Handewitt schickte Leipzig mit 36:28 nach Sachsen zurück, wobei Benjamin Buric und Lasse Möller zusammen 13 Tore erzielten. Die DHfK verlor Bogojevic und Preuß wegen Gesichtstreffers früh, verlor damit aber auch den Faden. Nach dem 18:18 zur Pause schraubten die „Fördestädter“ das Tempo auf Vier-Minuten-Märsche-Niveau – und Leipzig fiel auseinander.

Melsungen lacht im hessenderby, eisenach verflucht auswärtsschwäche
Die MT Melsungen ließ Wetzlar nie hoffen. 38:32, zwölf Tore Vorsprung beim Stand von 21:14 zur Pause – die HSG kassierte ihre höchste Heimniederlage seit 2019. Eisenach dagegen wartet weiter auf einen Auswärtspunkt: beim 23:26 in Göppingen patzte Trainer Sebastian Hinze erneut, Julian Buchele parierte 14 Bälle. Eisenach bleibt das einzige Team ohne Auswärtstor in 2024 – ein Makel, der irgendwann in die Zweitliga-Zone führt.

Mannheim entwischt dem bhc dank thrastarson
28:25 gegen den Bergischen HC – die Rhein-Neckar Löwen zitterten sich trotz fünf Tore Führung bis zur Schlusssirene. Gísli Þrastarson verwandelte alle sieben Siebenmeter und schraubte sich auf 10 Treffer. „Wir haben die Punkte, nicht die Show gemacht“, sagte Chefcoach Nikolaj Jacobsen lapidar. Der BHC verpasst damit den Sprung auf Relegationsplatz drei.

Die tabelle brennt – und kiel muss zittern
Flensburg rückt auf Rang zwei vor, Magdeburg bleibt souverän mit 35:30 gegen Hannover an der Spitze. Kiel fällt auf Platz fünf zurück – vier Punkte Rückstand auf die Champions-League-Ränge, aber erst zwölf Spiele bis zur Hauptrunde. Die nächsten Wochen entscheiden, ob der THW im Mai noch international spielt – oder erstmals seit 2007 mit leeren Händen dasteht. Die Stuttgarter jedenfalls feiern weiter: Nach dem historischen Sieg sind sie nur noch zwei Zähler hinter Kiel. Wer hätte das gedacht?
