Krisztian mikler verlässt veszprém – der kleine bruder der torwart-ikone zieht es nach gyöngyös
Ein Mikler trägt künftig nicht mehr das Grün-Weiß von Veszprém. Krisztian Mikler, 23, jüngerer Bruder von Europameister Roland Mikler, wechselt nach sieben Jahren zum Tabellen-11. Gyöngyös. Die Nachricht schlug am Mittwoch ein wie ein kleines Beben im Balaton-Délvidék.
Der leihspieler, der nie richtig ankommen sollte
Seit 2021 parkte der Club den Rückraumshooter durchgehend bei der Nationalen Handballakademie NEKA in Balatonboglár. 73 Erstliga-Einsätze, nur ein einziger Pokal-Coup: Rang drei 2024. Mehr blieb nicht hängen. Jetzt sucht er seine Stammplatz-Chance in einer Mannschaft, die mit 12 Punkten nur drei Zähler über dem Strich wühlt.
Lohe in Veszprém? Fehlanzeige. Der Rekordmeister baut weiter auf Djordje Cikusa, Dejan Manaskov und den formstarken Yahia Omar. Für Mikler war stets nur die Rolle des Zuschauers mit Trainingskleid vorgesehen. „Wir danken Krisztian für die Zeit und wünschen ihm sportlich alles Gute“, liest sich die knappe Pressemitteilung wie ein Standard-Template für Lebewohl-Sätze.

Gyöngyös setzt auf den sprungbrett-effekt
Der Traditionsklub, seit Jahren Abstiegskandidat, kassierte in dieser Saison schon 13 Niederlagen. Trotzdem: Cheftrainer Botond Bakó bettelt nicht um Punkte, sondern um frisches Blut. „Krisztian kennt die Liga, er kommt ohne Anlaufzeit“, sagt der Ungar nach der Vertragsunterzeichnung. Gemeinsam mit NEKA-Kollege Máté Gábor will Mikler den linken Rückraum neu justieren.
Die Entscheidung fällt in eine Woche, in der Veszprém mit 36 Punkten weiter die Meisterschaft dominiert. Pick Szeged folgt mit 33 Zählern, doch selbst der Rivalé am Tisza-Ufer kann die Bruder-Story nur mit einem Achselzucken kommentieren. Roland Mikler wird seine Handschuhe weiter für den Club tragen, dem er 2019 zur Champions-League-Krone verhalf. Sein kleiner Bruder muss sich nun woanders beweisen.
Die Meisterschaft ist noch lang. Gyöngyös hat acht Spiele Zeit, den Klassenerhalt klarzumachen. Für Krisztian Mikler beginnt dabei eine neue Rechnung: Entweder er schafft den Durchbruch – oder verschwindet in der Bedeutungslosigkeit. Der Countdown läuft.
