Affengruber wirbelt atlético weg – elche lebt
David Affengruber hat Elche in eine andere Dimension katapultiert. Ein Tor, eine Vorlage, ein provozierter Platzverweis, ein Elfmeter – alles in 90 Minuten gegen den amtierenden Meister. Die Folge: 3:2, erste Heimrevanche der Saison und die Galerie der Martínez Valero feiert einen österreichischen Abwehrmann wie lange keinen Stürmer mehr.
„Zwei assists, ein tor – aber wir gewinnen gemeinsam“
Der 25-Jährige wischt die Heldenrolle vom Leib. „Ich habe zwei Assists und ein Tor gemacht, klar, das ist speziell. Aber wir gewinnen gemeinsam. In der Primera División ist jeder Sieg ein Kraftakt“, sagt er, während die Fans draußen noch „Affen“ skandieren. Die Zahlen sprechen trotzdem für sich: Er ist der erste Verteidiger der Saison, der an drei Treffern direkt beteiligt ist – gegen Atlético Madrid.
Die Szene des Spiels: 67. Minute, Stand 1:1. Affengruber sprint auf den zweiten Pfosten, drückt den Ball zum 2:1 über die Linie, trifft dabei den Pfahl und bleibt liegen. Sekundenbruchteile später streckt ihn Thiago Almada von hinten. Elfmeter, Rot, Spiel gedreht. André Silva verwandelt, die Arena bebt.

Sechs finals bis zur rettung – und ein ticket für katar
Im Hinterkopf hat Affengruber nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch die WM. „Ich brauche mehr Spiele wie dieses, wenn ich bei Ralf Rangnick im Kader stehen will“, gibt er offen zu. Die Rechnung ist simpel: Sechs Partien, sechs Siege – dann bleibt Elche drin und der 1,93-Meter-Mann im Fokus des ÖFB. „Ich bin kein Mathematiker. Wir denken nur an den nächsten Gegner“, sagt er. Der heißt Real Oviedo, Tabellennachbar, direktes Duell auf fremdem Platz. Kein Elche-Sieg auswärts seit August. „Perfektes Timing“, lacht er trocken.
Der Vertrag läuft bis 2027, Gerüchte über Interesse aus der Bundesliga und der Serie A kursieren schon. „Jetzt nicht das Thema“, blockt er ab. „Ich bin hier glücklich. Aber erst mal schlagen wir uns aus dem Keller. Alles andere folgt danach.“
Die Liga schaut auf den Montagabend zurück und versteht: Elche hat nicht nur drei Punkte geholt, sondern eine Identität. Eine, die sich um einen österreichischen Innenverteidiger dreht, der plötzlich Tore schießt, rote Karten provoziert und seine Mannschaft mit einem einzigen Sprint in die rettende Uferzone trägt. Die Martínez Valero glaubt wieder – und mit ihr ganz Spanien, dass die große Aufholjagd jetzt erst beginnt.
