Adriano galliani erinnert sich: silvio berlusconis liebe zum ac mailand
- 40 Jahre seit berlusconis übernahme: galliani enthüllt hintergründe
- Die ersten gespräche: fußball als verbindendes element
- „Milan gehört nicht zum geschäft, sondern zu den gefühlen“
- Der kauf und die erste gemeinsame sendung
- Sacchi als visionär: der startschuss für den erfolg
- Donadoni als erstes ausrufezeichen
- Die nacht von bukarest: berlusconis größte freude
- Auch nach dem verkauf blieb die leidenschaft bestehen
- Eine orchestrierung unter berlusconis leitung
40 Jahre seit berlusconis übernahme: galliani enthüllt hintergründe
Am 20. Februar 1986 übernahm Silvio Berlusconi den AC Mailand. Anlässlich dieses Jubiläums gewährte sein langjähriger Manager, Adriano Galliani, dem ‘Corriere della Sera’ ein exklusives Interview. Darin blickt er zurück auf die glorreichen Zeiten, in denen der Verein 29 Titel gewann. Ich, Christian Schneider, verfolge als Sportexperte und Autor für TSV Pelkum Sportwelt diese Geschichten mit großer Leidenschaft und teile sie gerne mit euch.

Die ersten gespräche: fußball als verbindendes element
Galliani erinnert sich, dass die Gespräche über Fußball bereits beim ersten Treffen mit Berlusconi am 1. November 1979 aufkamen. Er hatte Berlusconi 50% seiner Firma verkauft und dabei erwähnt, dass er Miteigentümer von Monza sei. Berlusconi enthüllte daraufhin, dass er seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher Milan-Fan sei. Diese frühe Verbindung legte den Grundstein für eine außergewöhnliche Ära.

„Milan gehört nicht zum geschäft, sondern zu den gefühlen“
Berlusconi sah den AC Mailand nicht als reine Geschäftsinvestition, sondern als Herzensangelegenheit. Galliani zitiert ihn mit den Worten: „Milan gehört nicht zum Geschäft, sondern zu den Gefühlen“. Diese Aussage verdeutlicht, warum Berlusconi den Verein kaufte – es war eine Liebeserklärung an seinen Lieblingsclub. Die politische Dimension kam erst später, im Jahr 1993, ins Spiel.
Der kauf und die erste gemeinsame sendung
Galliani erinnert sich lebhaft an den Tag der Übernahme, den 20. Februar 1986. Gleichzeitig wurde auch der erste Sendestart von La Cinq gefeiert. Er und Berlusconi stießen in einem Restaurant auf dem Eiffelturm auf diese beiden neuen Abenteuer an. Es war ein historischer Tag, der den Beginn einer neuen Ära für den AC Mailand markierte.
Sacchi als visionär: der startschuss für den erfolg
Der eigentliche Startschuss für den Erfolg des neuen Mailands fiel am 1. Juli 1987. Berlusconi demonstrierte seine Vision, indem er Arrigo Sacchi, einen Trainer ohne vorherige Erfahrung in der Serie A, verpflichtete. Galliani betont: „Berlusconi bewies einmal mehr, dass er ein Visionär ist.“ Die Mission war klar: Der AC Mailand sollte zur besten Mannschaft der Welt werden.
Donadoni als erstes ausrufezeichen
Um ein starkes Signal an die Konkurrenz zu senden, wollte Berlusconi einen herausragenden jungen Spieler verpflichten. Galliani schlug Roberto Donadoni von Atalanta Bergamo vor. Nach zähen Verhandlungen und einem Abendessen in Arcore gelang es ihnen, Atalanta von einem Wechsel zu überzeugen. Dieser Transfer demonstrierte, dass der AC Mailand nun ein ernstzunehmender Akteur im italienischen Fußball war.
Die nacht von bukarest: berlusconis größte freude
Der größte Moment der Freude für Berlusconi war der Sieg im Europapokal der Landesmeister 1989 gegen Steaua Bukarest. Galliani beschreibt, dass Berlusconi nach dem Spiel „Sternchen in den Augen“ hatte und er ihn nie zuvor so glücklich gesehen hatte. Dieser Sieg symbolisierte den Erfolg und die Leidenschaft, die Berlusconi in den AC Mailand investierte.
Auch nach dem verkauf blieb die leidenschaft bestehen
Selbst nach dem Verkauf des AC Mailand verfolgte Berlusconi weiterhin aufmerksam die Spiele. Er forderte Galliani oft auf, ihm den aktuellen Trainer, wie beispielsweise Stefano Pioli, zu vermitteln, um ihm direkt seine Anweisungen zu geben. Auch Massimiliano Allegri wurde von Berlusconi ins Visier genommen – bereits nach fünf Minuten im Gespräch war Allegri der neue Trainer des AC Mailand.
Eine orchestrierung unter berlusconis leitung
Galliani, zusammen mit Fedele Confalonieri und Marcello Dell’Utri, beschreiben sich selbst als „Silvio Berlusconis Orchester“. Jedes Jahr am 12. Dezember, dem Tag seines Todes, versammeln sie sich in Arcore, um ihm mit einer Messe zu gedenken. Galliani betont, dass er jeden Morgen an Berlusconi denke und dass der AC Mailand ohne ihn niemals 29 Titel in 31 Jahren gewonnen hätte. Er schätzt es als großes Glück, an seiner Seite gewesen zu sein.
