Kompany kritisiert mourinho scharf für umgang mit vinicius-vorfall
- Kompany äußert sich zu rassismusvorwürfen und mourinhos reaktion
- Der vorfall im champions-league-spiel
- Kompany: vinicius' reaktion ist verständlich
- Mourinhos äußerungen als „großer fehler“
- Kritik an der heranziehung von eusebios namen
- Plädoyer für einen offenen umgang mit rassismus
- Mourinho: ein mann mit gutem ruf, aber diesmal falsch
Kompany äußert sich zu rassismusvorwürfen und mourinhos reaktion
Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern München, nutzte die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankfurt, um sich eindringlich gegen Rassismus zu positionieren. Auslöser war die Situation um Vinicius Junior von Real Madrid und die mutmaßliche rassistische Beleidigung im Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon. Kompany kritisierte insbesondere die Reaktion von José Mourinho, dem Trainer von Benfica, auf den Vorfall.

Der vorfall im champions-league-spiel
Das Champions-League-Spiel zwischen Benfica und Real Madrid wurde für etwa zehn Minuten unterbrochen, nachdem Vinicius Junior nach einem Torerfolg aufgebracht zum Schiedsrichter eilte. Der brasilianische Spieler warf dem Benfica-Spieler Gianluca Prestianni rassistische Beleidigungen vor. Prestianni soll das Wort „Affe“ verwendet haben, was er jedoch bestreitet und dessen Aussage durch das Verdecken des Mundes mit dem Trikot unklar bleibt. Die UEFA untersucht den Fall.

Kompany: vinicius' reaktion ist verständlich
Kompany stellte klar, dass er die Reaktion von Vinicius Junior nicht als vorgetäuscht abtun würde. Es gebe keinen Grund für den Spieler, eine solche Last auf sich zu nehmen. Er habe so reagiert, weil es für ihn in der jeweiligen Situation die richtige Entscheidung war. Der Belgier, selbst mehrfach Opfer rassistischer Beleidigungen gewesen, betonte die Wichtigkeit, die Gefühle des Betroffenen ernst zu nehmen.

Mourinhos äußerungen als „großer fehler“
Der Bayern-Trainer kritisierte vor allem Mourinhos nachträgliche Äußerungen. Dieser hatte gesagt, Vinicius Junior hätte sich „auf die Schultern seiner Mitspieler fallen lassen“ und sich nicht mit den 60.000 Zuschauern im Stadion anlegen sollen. Zudem stellte Mourinho die Art und Weise der Jubelgeste in Frage und verglich sie mit den Jubelgesten von Legenden wie Eusebio, Pelé und Di Stéfano. Kompany bezeichnete diese Äußerungen als „einen großen Fehler in Bezug auf Leadership“.

Kritik an der heranziehung von eusebios namen
Kompany bemängelte, dass Mourinho den Namen von Eusebio ins Spiel gebracht habe, um die Situation herunterzuspielen. Er fragte, ob Mourinho wisse, welche Schwierigkeiten Spieler in den 1960er Jahren durchleben mussten und ob er Eusebio bei jedem Auswärtsspiel begleitet habe. Er betonte, dass Spieler damals oft gezwungen waren, still zu sein und deutlich besser zu spielen, um überhaupt Respekt zu verdienen.

Plädoyer für einen offenen umgang mit rassismus
Kompany forderte einen offeneren Umgang mit Rassismus und plädierte dafür, dass Spieler sich entschuldigen können sollten, was sich auch auf die Strafe auswirken sollte. Er warnte davor, dass durch Äußerungen wie die von Mourinho Lager entstehen, in denen man sich auf einer bestimmten Seite positionieren müsse. Er betonte, dass es wichtig sei, eine gemeinsame Haltung gegen Rassismus einzunehmen.

Mourinho: ein mann mit gutem ruf, aber diesmal falsch
Trotz seiner Kritik betonte Kompany, dass er von vielen Spielern noch nie ein schlechtes Wort über Mourinho gehört habe und dass dieser kein schlechter Mensch sein könne. Dennoch stehe er zu seiner Meinung, dass Mourinho in dieser Situation einen Fehler gemacht habe.
