49 Klubs kämpfen um liga 3: wer wirklich aufsteigen will
Die Zahlen lügen nicht: 49 Vereine haben beim DFB ihre Unterlagen für das Zulassungsverfahren der 3. Liga 2026/2027 eingereicht – sieben mehr als im Vorjahr. Darunter alle 20 aktuellen Drittligisten und 29 Regionalligisten, die den Sprung in den Profifußball wagen wollen. Doch hinter dieser Rekordzahl verbergen sich auch bemerkenswerte Absagen – und die erzählen die eigentlich interessante Geschichte.
Wer fehlt, spricht bände
Im Nordosten fehlt der Hallesche FC als Tabellendritter. Der FSV Zwickau verzichtet wegen seiner angespannten wirtschaftlichen Lage. Traditionsvereine, die sich das Verfahren schlicht nicht leisten können oder wollen. Im Norden bleiben SSV Jeddeloh II und Phönix Lübeck außen vor – Lübeck hatte im Vorjahr noch mitgemacht. Und in Bayern ist der pikante Fall der U23 des 1. FC Nürnberg: Der aktuelle Tabellenführer verzichtet freiwillig auf den Aufstieg. Die Verfolger dürften das mit einem stillen Lächeln quittiert haben.

Lok leipzig, schalke ii und die volle bandbreite des fußballdeutschlands
Wer dabei ist, liest sich wie ein Querschnitt durch die Seele des deutschen Fußballs. Lokomotive Leipzig führt die Nordost-Staffel an und will endlich zurück in den Profibetrieb. Fortuna Köln steht im Westen ganz oben – und steigt bei einem Meistertitel direkt auf. Daneben mischen sich Traditionsklubs wie Rot-Weiß Oberhausen, Kickers Offenbach und Stuttgarter Kickers unter ambitionierte Reserveteams wie FC Schalke 04 II, Borussia Dortmund II oder FC Bayern München II. Ein Feld, das kaum unterschiedlicher sein könnte.
Den meisten Lizenzanträge liefert die Regionalliga Südwest. Zehn bestätigte Klubs, darunter der SV Sandhausen, der nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wieder nach oben will, und der FC 08 Homburg. Dazu ein offenes Fragezeichen: Ob der FC-Astoria Walldorf seine Unterlagen fristgerecht eingereicht hat, haben die Verantwortlichen bislang nicht öffentlich bestätigt.

Was das verfahren wirklich bedeutet
Ein Zulassungsantrag ist kein Selbstläufer. Der DFB prüft wirtschaftliche Stabilität und technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit – ähnlich wie in Bundesliga und 2. Bundesliga. Die Abgabefrist lief am Montag ab. Im April erhalten die Bewerber ihren ersten Bescheid: entweder grünes Licht oder eine Liste mit Bedingungen und Auflagen, die erfüllt werden müssen. Das endgültige Teilnehmerfeld der 3. Liga für 2026/2027 steht spätestens im Juni fest.
Vier Aufsteiger aus der Regionalliga werden es sein – das ist gesetzt. Welche vier, das entscheidet sich in den kommenden Monaten auf dem Platz. Und wer jetzt nicht dabei ist, hat sich selbst aus dem Rennen genommen. Freiwillig oder gezwungenermaßen – der Unterschied ist größer, als er auf den ersten Blick erscheint.
