Thw-kiel rüstet für 2026: magnus landin weg, makuc und köster sollen den mythos neu schreiben
Mit Magnus Landin verliert der Rekordmeister sein Herzstück, mit Domen Makuc und Julian Köster gewinnt er zwei 26-jährige Zukunftsgaranten. Die Botschaft von Filip Jicha ist klar: Der Umbruch kommt, aber der Anspruch bleibt.
Warum kiel 2026 ohne landin, imre und bilyk planen muss
Die Nachricht schlug ein wie ein Kreiswurf in die Latte: Magnus Landin zieht es nach acht Jahren zurück nach Dänemark. Der Linksaußen, der 2018 das Triple perfekt machte, wird 2026 gemeinsam mit Bruder Niklas in Aalborg um Meisterschaften kämpfen. Für Kiel bedeutet das: 126 Tore und unzählige Kreuzstellen fallen weg. Landin nutzte eine Ausstiegsklausel – das hat Tradition beim THW. Auch Bence Imre zog die Notbremse und unterschrieb bei Veszprém. Mykola Bilyk sucht seine Herausforderung in der Schweiz. Drei Leistungsträger, drei Charaktere – weg.
Doch Kiel reagiert nicht, Kiel plant. Schon jetzt steht fest: Jarnes Faust kehrt als Lemgo-Legionär zurück, Tobias Dengler rückt aus der eigenen Jugend auf. Die größte Welle aber rollt im Rückraum. Dort, wo einst Duvnjak, Dahmke und Madsen das Spiel diktierten, sollen nun zwei Jahrhundert-Talente das Erbe antreten.

Makuc und köster: das neue doppel-null
Domen Makuc war in Barcelona die Alternative zu “Dika” Mem – jetzt soll er in Kiel zur ersten Option werden. Der slowenische Spielmacher bringt den Killerinstinkt mit, den man braucht, wenn die Arena in der Winterkälle kocht. Julian Köster kommt als Links-Rückraum-Shooter, der in Gummersbach schon 186 Tore in zwei Spielzeiten erzielte. Beide sind Jahrgang 2000, beide unterschrieben bis 2030. Ein Statement.
Filip Jicha wird sie nicht erziehen, er wird sie entfesseln. „Wir bauen kein neues Kiel, wir erweitern das alte“, sagt er intern. Dahinter steckt die Erkenntnis: Domagoj Duvnjak gibt noch ein Jahr Vollgas, Harald Reinkind und Emil Madsen bieten Erfahrung. Die Jungen sollen nicht ersetzen, sie sollen ergänzen – und irgendwann übernehmen.

Offene rechnungen: kreis, linksaußen und die macht der zeit
Am Kreis wird es eng. Hendrik Pekeler verlängerte, Petter Överby schweigt. Sein Vertrag läuft 2026 aus, ein Wechsel nach Hannover zu Justus Fischer ist im Gespräch – aber erst 2027. Die Uhr tickt. Auf Linksaußen bleibt ein Loch. Rune Dahmke ist Stammspieler, aber kein Flügelflitzer. Intern wird über Niclas Kirkelökke spekuliert, doch der dänische Junioren-Star ist noch keine Option für 2026. Kiel hat Zeit – aber keine ewig.
Die Kaderplanung liest sich wie ein Thriller: 18 Spieler unter Vertrag, drei Abgänge fix, zwei Supertalente verpflichtet, ein Trainer, der bleibt, weil er noch träumt. Die Saison 2026/27 wird der erste Test: Kann Jicha aus Talent Titel machen? Oder wird der THW zum ersten Mal seit 2014 ohne internationale Medaille dastehen?
Fakt ist: Der Umbruch ist kein Abriss, sondern ein Umbau auf Hochglanz. Kiel verliert seine Identifikationsfiguren, gewinnt aber zwei Spieler, die bereit sind, den Mythos THW neu zu schreiben. Wenn Makuc und Köster liefern, könnte der Verein 2027 jünger, schneller und gefährlicher sein als je. Die Zebras altern nicht – sie mutieren. Und der Countdown läuft bereits.
