2,35-Meter-riese stellt march-madness-rekord auf – und das in 59 sekunden
Die Florida Gators zerlegten ihren Auftaktgegner, doch der Sieg rückte in Sekundenschnelle in den Hintergrund. 59 Sekunden reichten Olivier Rioux, um sich in die Turnierchronik einzutragen – und die Arena in Ekstase zu versetzen.
Backup-center wird zum fanmagneten
2,35 Meter, 20 Jahre, Kanada. Diese Zahlen reichen aus, um jeden Social-Media-Feed zum Kochen zu bringen. Doch Rioux liefert mehr als bloßes Clickbait. Als er am Freitagabend durch die Bügengänge der Amway Arena schritt, schrie die Masse „O-li-vier!“ – sonst hört man das nur bei Quarterbacks oder A-Cappella-Idolen.
Coach Todd Golden hatte den Einsatz zuvor angekündigt, doch keine Minute auf der Uhr geschenkt. „Wir wollten den Rekord, klar. Aber wir wollten auch, dass er sich den Dunk verdient“, sagte Golden nach dem 89:55-Kantersieg. Der Plan ging auf: Rioux fing zwei offensive Rebounds, drückte den Ball durch den Ring, sprintte zurück – und war Sekunden später wieder auf der Bank. Die Statistik: 2 Punkte, 2 Rebounds, 1 Standing Ovation. Spielzeit: 0:59.
Seine Mitspieler hatten sich vorher die Reihenfolge der Cheer-Zwischenrufe abgesprochen. „Wir wollten, dass er sich wie der Star der Show fühlt, auch wenn er nur kurz auftritt“, sagte Alex Condon. Die Choreografie saß. Die Fans tobten. Die Gegner schauten ein ums andere Mal hoch, als würde ein Wolkenkratzer plötzlich Dunks würgen.

Rioux' geheimnis: keine geheimnisse
Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Der Riese spricht leise, lacht viel und betont, dass er sich nicht reduzieren lassen will auf seine Körpergröße. „Ich will zeigen, dass ich spielen kann, nicht nur groß bin“, sagte er nach dem Spiel. Die NBA scouts notieren sich trotzdem jeden seiner Schritte. Selbst Victor Wembanyama würde ihm 19 Zentimeter einbüßen – ein Gedanke, der Vereinsfunktionäre in San Antonio und Oklahoma City schlaflose Nächte bereitet.
Florida fährt nun nach Jacksonville, wo am Wochenende die zweite Runde ansteht. Ob Rioux wieder eingesetzt wird, lässt Golden offen. „Wir schauen, wie sich die Partie entwickelt. Aber Olivier weiß: Die Tür steht offen – ganz oben, versteht sich.“
Die Bilanz bleibt: Ein Kantersieg, ein neuer Rekord, ein neuer Liebling. Und das alles in unter einer Minute. In March Madness zählt jede Sekunde – manchmal reicht sie, um für immer im Gedächtnis zu bleiben.
