Suter krönt comeback mit platz sechs: «ich spüre wieder den speed im bein»
Corinne Suter fährt in der letzten Abfahrt des Winters auf Rang sechs – und lächelt dabei mehr als in den vergangenen zwei Saisons zusammen. Die 29-Jährige hat ihren Speed zurück, das spürt sie selbst am lautesten. «Das Schönste ist, dass ich den Grundspeed wieder spüre», sagt sie nach dem Rennen im SRF-Mikro. Kein «aber», kein «wenn», nur eine Feststellung, die wie ein Befreiungsschlag klingt.
Die italienerin, die suter keine konkurrentin nennt
Laura Pirovano feiert ihren ersten Streif-Sieg und sichert sich die Abfahrtskugel. Statt Neid applaudiert Suter lauthals. «Es ist eine Bestätigung. Was sie heute geleistet hat, war mega gut», sagt die Schweizerin und schüttelt bewundernd den Kopf. «Ganz grosse Klasse, ich gönne ihr das sehr.» So redet jemand, die selbst 2021 die kleine Kristallkugel gewann und weiss, wie viel Schweiss hinter dem Glanz steckt.
Damals dominierte Suter die Abfahrten, heute dominiert sie die Geduld. Seit der Olympia-Pause arbeitet sie sich Stück für Stück zurück: Sieg in Soldeu, Podest in Val di Fassa, nun Platz sechs am Streif. Die Zahlen lesen sich wie ein Lehrstück in Beharrlichkeit. «Ich bin eigentlich zufrieden», sagt sie. Das klingt bescheiden, ist aber ein Satz, der in ihrer Welt so viel bedeutet wie «Ich bin zurück».

Der untere hang, der nicht mitspielte
Die Analyse folgt auf dem Fuss. «Der untere Teil ist mir nicht so aufgegangen, wie ich es mir vorgenommen hatte», räumt Suter ein. Doch statt sich darin zu verlieren, relativiert sie sofort: «Das gehört zum Rennfahren.» Ein Satz, der zeigt, dass sie nicht nur die Beine, sondern auch den Kopf wieder im Tritt hat.
Die Verletztenmisere im Schweizer Team? Sie kommentiert es knapp, fast lapidar. «Wir sind ein kleines Team, aber wir kämpfen.» Mehr muss man dazu nicht sagen. Die Blicke sind nach vorne gerichtet – auf die Technik, auf die Details, auf die nächste Saison.
Und so endet ein Winter, in dem eigentlich nichts gewonnen wurde – und doch alles erreicht. Die Kristallkugel ist diesmal nicht für Suter, aber das Gefühl, wieder ganz vorne mitfahren zu können, ist ihren Worten nach wertvoller als jedes Stück Glas. «Ich spüre wieder den Speed im Bein», sagt sie zum Abschied. Kein «vielleicht», kein «bald». Einfach: jetzt.
