17 Jahre hölle: padovano packt über gefängnis-missgeschick aus

Michele Padovano saß unschuldig im Gefängnis, weil er einem Freund 35.000 Euro lieh. Jetzt, ein Jahr nach seinem Freispruch, erzählt der Ex-Juve-Stürmer, warum nur Vialli ihn anrief – und wie Knastwärter ihm ins Gesicht spuckten.

„Ich wusste: ich bin kein drogenbaron, nur ein fußballer mit zu großem herzen“

Er schoss gegen Real Madrid in der Königsklasse, wurde mit JuventusMeister, feierte sich mit Vialli in London – und landete trotzdem in Isolationshaft. „Die ersten beiden Urteile gingen gegen mich. Da dachte ich schon: Okay, vielleicht reicht meine Geduld nicht“, sagt Padovano, 57, im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. „Aber aufgeben? Das liegt mir nicht. Ich habe wie ein Löwe gekämpft, weil ich meine Unschuld kannte.“

Die Justiz warf ihm vor, Drogen geschmuggelt zu haben. Indiz: Telefonate über Pferde und Kranautos. „Wir haben über meine Pferde auf dem Bauernhof gesprochen. Für die Staatsanwälte war das Code für Kokain. Lächerlich“, spuckt er aus. Seine Frau Adriana wurde mitgenommen, durfte ihn sieben Monate lang nicht mal anrufen. „Die Wärter sagten: ‚Dein Geld steckst du dir jetzt selbst in den Hintern‘. Es ging nur darum, den Promi zu brechen.“

Nur vialli blieb – und starb zu früh

Nur vialli blieb – und starb zu früh

Als sich die Türen knallten, verstummten fast alle. „Viele haben sich abgewendet. Nur Luca rief jede Woche Adriana an. Er war mein Bruder, kein Teamkollege mehr“, erinnert sich Padovano mit zitternder Stimme. „Er hat meine Freisprechung nicht mehr erlebt. Aber ich weiß: Er hat oben gejubelt.“

Seinen Sohn nannte er Denis, zu Ehren von Denis Bergamini, dem Cosenza-Spieler, der 1997 unter mysteriösen Umständen starb. „Auch er ist mein Engel. Jede meiner Juve-Tore galt ihm.“

Heute lebt Padovano zurückgezogen in Piemont. Er trainiert Jugendmannschaften, ohne Managerposten, ohne Bühne. „Die Juve hat mich nie wieder eingestellt. Der Fußball vergisst schnell. Aber ich habe mein Leben zurück – und das zählt mehr als jeder Pokal.“