150 Jahre corriere della sera: la scala verneigt sich vor einem giganten
Die Mailänder Scala war bis auf den letzten Platz besetzt – und das nicht für eine Oper. Am 6. März 2026 feierte der Corriere della Sera seinen 150. Geburtstag, und der Festsaal atmete Geschichte. Staatspräsident Sergio Mattarella traf kurz vor halb zwölf ein. Was folgte, waren mindestens fünf Minuten stehender Applaus. In der Scala misst man Wertschätzung in Minuten – und fünf sind eine Aussage.
Ein jubiläum, das den staat in die erste reihe zwingt
Neben Mattarella saßen Senatspräsident Ignazio La Russa, Lombardeis Gouverneur Attilio Fontana, Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala und Urbano Cairo, der Präsident von RCS MediaGroup. Das war kein zufälliges Aufeinandertreffen. Wer an diesem Morgen in der Scala fehlte, hätte sich erklären müssen.
Das Orchester der Scala unter Alexander Soddy spielte die Nationalhymne, dann Bellini, dann Wagner. Dazwischen lasen Cristiana Capotondi und Serena Rossi Texte aus anderthalb Jahrhunderten Zeitungsgeschichte vor – Montanelli, Montale, Pasolini, Fallaci. Und Dino Buzzatis erschütternder Bericht über die Tragödie von Superga. Der Moment, in dem Walter Tobagi und Maria Grazia Cutuli gedacht wurde, gehörte zu den stillsten und schwersten des Tages.

Cairo und der großvater, der alles erklärt
Urbano Cairo ist kein Mann, der leicht die Fassung verliert. An diesem Morgen tat er es trotzdem, zweimal. Das erste Mal, als er von der Erstausgabe des Blattes sprach: 1876, Zeitungsverkäufer auf der Piazza della Scala, 15.000 verkaufte Exemplare am ersten Tag. „Ein unglaublicher Erfolg
