Navarro: angst um familie und bittere erkenntnisse vor dem saisonfinale
Die Luft in Zaragoza ist zum Schneiden dick. David Navarro, Kapitän und Seele des Real Zaragoza, hat vor dem alles entscheidenden Saisonfinale am Samstag eine erschütternde Situation offenbart: Bedrohungen für seine Familie durch unsportliche Aktionen im Umfeld des Vereins. Ein Zustand, der ihn zutiefst belastet und die Frage aufwirft, wie weit die Eskalation von Frustration und Verzweiflung gehen kann.

Die dunklen schatten über der marke zaragoza
Navarro sprach offen über die Vorkommnisse: „Das Thema der Farbanschläge ist schwer, weil es nicht mehr um mich geht, sondern um meine Familie, die Angst haben kann. Das ist ein sehr heikles Thema.“ Er betonte, dass er von Beginn an klare Ansagen gemacht habe: „Entweder wir ziehen alle an einem Strang, oder es geht nicht.“ Ein Appell, der nun in einer Situation Resonanz findet, in der die Grenzen zwischen Fanliebe und unerträglicher Belastungslage verschwimmen.
Doch es ist nicht nur die persönliche Betroffenheit, die Navarro zu Wort kommen ließ. Er thematisierte auch die allgemeine Lage des Vereins und die enttäuschende Punkteausbeute. „Ich habe damals gesagt, dass wir eines von zwei Spielen gewinnen müssen, um 45 Punkte zu erreichen. Mit dieser Zahl wäre es möglich gewesen, aber ich weiß nicht, was passieren wird. Mit 35 Punkten geht es nicht, und mit 38 auch nicht. Mit 41 wird es schwierig.“ Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Druck ist enorm, und die Zeit läuft ab.
Ein weiteres Ärgernis sind die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen. Navarro ließ seiner Frustration freien Lauf: „Ich habe das nicht gegebene Elfmeter beim Spiel gegen Leganés fest im Kopf. Und das Elfmeter für uns gegen Mirandés, bei dem kein Rot gegeben wurde, während in Santander in einer ähnlichen Situation eine Rote Karte gezeigt wurde. Und dann noch die verpasste zweite Gelbe Karte für den Spieler von Granada. Wenn ich diese Leute persönlich treffe, werde ich es ihnen ins Gesicht sagen, weil ich nicht schweigen werde.“ Die Kritik am Schiedsrichtergespann ist unmissverständlich und unterstreicht die angespannte Atmosphäre im Lager des Real Zaragoza.
Die personellen Probleme sind eine weitere Belastung. „Heute trainieren nicht Rober, Francho, Aguirregabiria, Saidu, Bakis und Paul. Die Idee ist, dass sie nach Möglichkeit im Spiel eingesetzt werden können. Die Situationen sind unterschiedlich. Bei Rober handelt es sich um eine Fasziitis, und wir wollen keine Schritte zurück machen.“ Die Personalknappheit erschwert die Situation zusätzlich, doch Navarro mahnt zur Besonnenheit: „Jeder, der spielt, muss gewinnen. Trotz der angespannten Stimmung im Team.“
Was Navarro am meisten zu schaffen macht, ist die mentale Verfassung seiner Mannschaft. „Der kumulierte Schmerz der letzten Spiele, die Situation, die Frustration – all das ist verdoppelt. Es scheint, als ob alles gut läuft, aber wir sind wieder am Ausgangspunkt. Aber es gibt noch Leben. Wir müssen versuchen, uns von all dem zu abstrahieren, was um uns herum geschieht. Den Schmerz beiseite zu schieben, das zu ignorieren, was passiert, und uns auf Valladolid zu konzentrieren. Denn jetzt geht es wirklich nur noch darum.“
Die Fehler im Kopf kosten den Verein Punkte. „Wir haben in den letzten Spielen durch Konzentrationsfehler unnötige Gegentore verschluckt. Sechs oder sieben Punkte sind uns so entglitten.“ Das ist eine bittere Erkenntnis, die zeigt, dass die Lösung des Problems nicht nur auf dem Spielfeld, sondern vor allem im Kopf der Spieler liegt.
Navarro wird nicht müde, seine Entschlossenheit zu betonen: „Ich werde alles tun, bis zum Schluss. Wir werden nicht aufgeben, und ich werde nicht zulassen, dass jemand aufgibt.“ Ein Kampf bis zum Schluss, in dem es um viel mehr geht als nur den Klassenerhalt. Es geht um die Ehre, um die Würde und um die Zukunft des Real Zaragoza.
