0-0 Im galicier-derby: pasarón erstickt im kampf, nicht im spiel
Kein Tor, aber 90 Minuten Schlägerei auf Rasen: Pontevedra und Ourense lieferten sich im Estadio Municipal de Pasarón ein Derby, das sich eher wie ein Ringen denn wie Fußball las. Der Schlusspfiff beim 0:0 löste nicht Jubel, sondern kollektive Erleichterung aus – bei den Spielern, weil die Beine endlich ruhen; bei den 3.145 Zuschauern, weil die Nerven endlich ruhen.
Ein spiel, das keinen sieger wollte
Rubén Domínguez schickte seine Pontevedra-Elf im 4-3-3 auf die Uhrzeit zu erjagen, doch Dani Llácer antwortete mit einem 4-5-1, das nicht gewinnen, sondern nur nicht verlieren wollte. Das Ergebnis: ein Mittelfeld, in dem jeder Quadratmeter zweimal besetzt war, ein Tempo, das sich zwischen Jogging und Handgemenge bewegte, und ein Ball, der so selten ungestört rollte, dass man ihn fast vermisste.
Die erste Hälfte war ein Lehrbuch der Verstopfung: Yelko Pino und Alain Ribeiro probierten es mit Doppelpass-Stafetten an der Strafraumkante, doch jedes Mal stand ein Ourenser Pressschalter bereit. Aymane Jelbat blockte, César Moreno grätschte, Rabadán lenkte – alles Körper, keine Lücke. Die größte Chance vor dem Seitenwechsel gehörte einem Abpraller: Marquetas Schuss aus 22 Metern streifte die Latte, Álvaro Ratón war machtlos, der Ball sprang zurück ins Feld – und genau in die Füße von Guerrero, der klären konnte, statt einzuschieben.

Rote karte als einziger höhepunkt
Nach der Pause schaltete Pontevedra einen Gang höher, aber Ourense schaltete sofort die Handbremse wieder ein. Die Hereingaben von Resende und Luisao prallten wie Tennisbälle an der Fünferkette ab. Die Lösung kam vom Unparteiischen: Jerin Ramos stolperte in der 77. Minute zum zweiten Mal über den Ball – und über das Regelwerk. Gelb-Gelb, Dusche, Spielverlust für Ourense. Mit einem Mann wenig wollte plötzlich keiner mehr gewinnen, weil plötzlich alle Angst hatten zu verlieren.
Die letzten zehn Minuten waren ein Schaukelschlag: Pontevedra schob sich nach vorn, Ourense konterte mit langen Bällen auf Aranzabe. Keine Idee, nur Erschöpfung. Der Abpfiff kam wie ein Freibier nach Schichtende – willkommen, aber nicht verdient.
Die Tabelle lügt nicht: Pontevedra bleibt Sechster, Ourense Elfter, beide Teams trennen weiter sieben Punkte. Die Saison ist lang, aber dieses Derby war kurz auf Erleuchtung. Wer sich hier Siegessicherheit erhoffte, sah nur Sicherheit ohne Sieg. Nächstes Mal vielleicht Fußball statt Faustkampf – oder wenigstens ein Tor, das die Mühe lohnt.
