Zwölf nationen, ein traum: die letzten wm-tickets sind verteilt
Bosnien, Italien, Polen, Schweden, Kosovo, Türkei, Tschechien, Dänemark, Bolivien, Irak, Kongo und Jamaika – das sind die zwölf Teams, die in den letzten 72 Stunden den Sprung auf die weltgrößte Fußballbühne geschafft haben. Wer dabei war, wer nicht, ist längst Geschichte. Jetzt zählt nur noch: Wer trifft wen in den Gruppenphase 2026?
Die Antwort liefert der Blick auf die Lostöpfe. Spanien, bereits in Topf 1 verankert, landet im Achtelfinale im Falle eines Gruppensiegs automatisch auf den Zweitplatzierten aus Gruppe J – also auf Argentinien, sollten die Südamerikaner ihren Kopf nicht verlieren. Die Finalissima-Ausfall-Lärmwelle schwappt noch durch die Foren, doch auf dem Rasen zählt nur der Spielplan.
Italia auf schlingerkurs: vom europameister zum angsthasen
Die Azzurri haben sich gegen Bosnien durchgesetzt, doch die Stimmung bleibt frostig. Dreimal hintereinander WM-Quali-Krimi, dazwischen ein EM-Titel – das ist keine Erfolgsstory, das ist ein Identitätskonflikt. Luciano Spalletti spricht von „neuer Mentalität“, die Fans sprechen vom „Sofá-Fluch“. Denn wer zweimal nacheinander zuschaut, wird zum Experten für Fernsehgarnituren, nicht für Titel.
Der Blick nach Warschau ist da schon optimistischer. Polen schleift Schweden mit Lewandowski als Regisseur und Gyökeres als Kontrahenten. Ein Schützenfest der beiden Stürmer, das in der U-Bahn von Stockholm noch nachhallt. Beide Teams treffen aufeinander, als hätten sie den Termin im Kalender rot angestrichen: 14. Juni 2026, 21 Uhr Ortszeit, Eröffnungsspiel der Gruppe E. Wer da nicht trifft, fliegt früher heim als das Catering.

Bolivien vs. irak: 32 jahre sehnsucht, 90 minuten wahrheit
La Verde lag gegen Surinam 0:2 zurück, drehte auf 4:2 – und plötzlich steht da ein ganzes Land im Regen von La Paz und weint. Seit 1994 wartet Bolivien auf ein WM-Ticket. Die Spieler waren damals noch nicht geboren, die Trikots waren noch nicht getragen. Jetzt sind sie da, und der Gegner heißt Irak, ein Team, das sich selbst aus dem Nichts katapultiert hat. Wer gewinnt, darf nach Nordamerika. Wer verliert, schreibt die nächste Tragödie.
Kongo und Jamaika liefern sich das andere Finale im internationalen Playoff. Kinshasa gegen Kingston – klingt nach Musik, wird aber hart. Die Congolese Leopards haben in Neu-Caledonien die Karten neu gemischt, die Reggae Boyz wissen, dass sie nach 1998 erneut das große Tor aufstoßen können. Anpfiff: 27. März, 4:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Wer um diese Uhrzeit wach ist, hat entweder Schichtarbeit oder Liebeskummer – oder beides.
Spanien schaut von außen zu, doch der Blick bleibt klar: Die Gruppe J wartet. Argentinien, Saudi-Arabien, Mexiko – und nun der zweite Platz. Die Rechnung ist einfach: Wer Gruppensieger wird, trifft auf den Zweiten aus J. Wer Zweiter wird, landet im Achtelfinale auf Brasilien. Kein Wunder, dass Luis de la Fuente seine Analysten schon mit Drohnen über die Trainingsplätze von Buenos Aires fliegen lässt. Daten sind das neue Öl, und wer sie hat, tankt sich bis ins Viertelfinale.
Die letzten sechs Tickets sind weg. Die letzten Träumen sind gebucht. Am 11. Juni 2026 geht’s los – und keiner wird mehr fragen, wer wie hierher kam. Es zählt nur, wer da ist. Und das sind jetzt alle.
