Zwickau: fsv schaltet sich gegen rassismus – und fordert konsequenzen!

Schock und Entsetzen in Zwickau: Nach den rassistischen Ausfällen gegen Erfurter Spieler am Sonntag hat der FSV Zwickau mit ungewöhnlicher Deutlichkeit reagiert. Der Verein räumt offen seine Ohnmacht ein und appelliert an die Fans, sich selbst zu disziplinieren – ein Schritt, der im deutschen Fußball selten zu beobachten ist.

Die schwäne sprechen klartext: „es kotzt uns an!“

Die schwäne sprechen klartext: „es kotzt uns an!“

Die Szenen in der GGZ Arena waren hässlich: Während der 2:1-Erfolg gegen Rot-Weiß Erfurt gefeiert wurde, wurden die Erfurter Raphael Assibey-Mensah und Benny Boboy aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigt. Der FSV Zwickau reagierte am Montagabend mit einem Statement, das weit über die üblichen Verurteilungen hinausgeht. „Wir spielen bewusst nicht die Karte: 'Wer Rassist ist, kann kein Fan des FSV sein!'“, heißt es darin. Das Problem: Viele Fans, die solche Äußerungen von sich geben, fühlen sich trotzdem zum Verein hingezogen – eine Realität, die viele Klubs schmerzlich zu kennen geben.

Doch der FSV macht deutlich, dass diese Entwicklung inakzeptabel ist. „Dennoch unsere Bitte: Dann haltet wenigstens euren Mund und tragt eure unmenschliche Haltung nicht auf dem Rücken unseres Vereins aus!“, so die klare Ansage. Es ist eine bittere Erkenntnis, die der Verein mit seinen Anhängern teilt: Man ist machtlos, einzelne Rassist*innen im Stadion zu identifizieren und von ihrem Platz zu verweisen. Das kotzt den Verein an – und es kotzt an, dass man in einer Phase der Euphorie um den Verein wieder einmal mit negativen Schlagzeilen konfrontiert wird, die den FSV brandmarken.

Einige Fans überschreiten Grenzen: Der Verein betont, dass er die Medien nicht die Schuld für die Vorfälle gibt, sondern die Täter selbst. „Wir können solche Aussagen einzelner Personen im Stadion offensichtlich einfach nicht verhindern, wir sind eben auch der Querschnitt der Gesellschaft.“ Das bedeutet jedoch nicht, dass der Verein die Situation einfach hinnimmt. Im Gegenteil: Er fordert die Fans auf, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden.

„Wir brauchen einen gemeinsamen Kodex – eine Abmachung!“, stellt der FSV klar. „Es gibt Grenzen des Sagbaren im Stadion. Ja, es darf auch mal rau zugehen bei uns. Aber bei Rassismus ist einfach Schluss!“ Der Verein bittet seine Anhänger, einzugreifen, wenn ein Maß überschritten wird und rassistische Äußerungen in ihrer Umgebung fallen. „Bitte habt den Mut, sofern möglich, etwas zu sagen.“

Der FSV hat Anzeige erstattet und die Aufnahmen des Beschuldigten der Polizei übergeben. Zudem steht der Verein in engem Austausch mit Rot-Weiß Erfurt und entschuldigt sich ausdrücklich bei Boboy, Assibey-Mensah und dem gesamten Verein für das Verhalten einiger Fans. Die Aufklärung des Vorfalls hat oberste Priorität.

Die Spieler Raphael Assibey-Mensah und Benny Boboy haben sich noch nicht öffentlich zu den Vorfällen geäußert. Der FSV Zwickau hofft, dass diese Initiative zu einem Umdenken unter den Fans führt und das Stadion wieder zu einem Ort des fairen Sports und des Respekts wird – ein Ort, an dem die Freude am Spiel im Vordergrund steht.