Zweiter platz in montevideo: spaniens rugby-frauen zittern um den ticket-knaller

Ein letztes Tackling, ein letztes Keuchen – dann war es raus: Die spanische Rugby-Seven-Frauen landeten in Montevideo auf dem zweiten Rang, holten 18 Punkte und rücken damit auf Gesamtrang drei der World-Series-Zweitdivision vor. Die Quittung: nur noch zehn Zähler Vorsprung vor Brasilien, das in einer Woche die rote Laterne übernimmt und damit den Abstieg besiegelt.

Der engste play-off-krimi seit jahren

Die Rechnung ist leise, aber brutal. Mit 34 Punkten liegt Spanien auf Aufstiegs-Kurs, doch fünf Teams buhlen um vier Tickets für die Finalevents der ersten Division. Ein Ausrutscher in der nächsten Runde und die Träume vom olympischen Parkett zerplatzen. Brasilien hingegen muss gewinnen, sonst fliegt der Zuckerhut raus.

Den Grundstein legte das Team gegen Südafrika. Nach einer dummen gelb-roten Karte gegen Ayanda Malinga nutzten Marta Cantabrana und Carmen Miranda die numerische Überlegenheit eiskalt. Den 15:0-Pausen-Vorspruch bügelten die Springbok-Frauen fast aus, doch die Spanierinnen verbrannten die letzten 50 Sekunden clever im gegnerischen Ballbesitz – 15:14.

Danach ein Schlagabtausch mit Brasilien, der ins Sudden Death ging. Thalia Costa jagte sich 80 Meter durch die Mitte und besiegelte das 15:10. Die Ibererinnen schüttelten sich, lachten trotzdem – weil sie wissen: Punkte zählen, nicht Moral.

Kenia und argentinien lieferten den stress-test

Kenia und argentinien lieferten den stress-test

Gegen Kenia tanzte Juana Stella doppelt, ehe Janet Okelo den Ehrenpunkt erzielte. 19:14, Arbeitssieg. Argentinien wurde zur Zitterpartie: Paula Requena brachte Spanien 90 Sekunden vor Schluss in Führung, doch Virginia Brígido eroberte das Kick-off, Sofía González verwandelte – 14:12 für Las Yaguaretés. Die Uhr zeigte 0:00, als der Ball zwischen den Stangen segelte.

Am Ende blieb nur ein Sieg gegen China, um das Podest zu sichern. María Calvo erzielte zwei Tries, Ana Cortés knackte die asiatische Abwehr kurz vor der Pause. 19:12, der zweite Platz war gebucht.

Was jetzt zählt: köpfe klar, beine flott

Was jetzt zählt: köpfe klar, beine flott

Die Spielerinnen trudelten mit Sonnenbrand und erschöpften Gesichtern im Teamhotel ein, doch Coach José Antonio Barrio ließ keinen Mucks verlauten. Die Analyse läuft intern. Brasilien wartet in einer Woche, und mit dem Südamerika-Trip steht der zweite Teil des Endspiels an. Die Mission heißt: Punktgleichheit vermeiden, denn dann entscheidet der direkte Vergleich – und den verlor Spanien bereits.

Die Zahlen sind gnadenlos: Vier Teams treten in der Finalserie an, nur drei überleben. Wer sich verheddert, fliegt auf die Challenger-Series zurück. Für die Spanierinnen ist klar: Jetzt zählt kein Testspiel-Blabla, sondern Nerven aus Stahl. Die nächste Niederlage könnte das Ticket kosten – und die Träume vom olympischen Tokio-Gastspiel beenden.