Zwei punkte trennen delio kunz vom swiss-ski-comeback – 50.000 franken einsatz droht zu platzen

Zwei Punkte. Nicht mehr. Und schon gar nicht weniger. Genau diese Lücke reißt Delio Kunz aus dem B-Kader der Alpinen. Nach einer Selbst-Finanz-Saison, in die der 27-jährige Berner Oberländer 50.000 Franken seines eigenen Geldes steckte, schrammte er am Saisonende in Saalbach haarscharb an der geforderten Top-15-Platzierung vorbei. Rang elf im Super-G – gut, aber eben nicht gut genug.

Die rechnung, die niemand für ihn ausgleicht

Swiss-Ski verlangte für die Rückkehr mindestens Platz 15 in der Europacup-Gesamtwertung. Kunz landete auf Rang 17. Die Folge: keine Vertragsgarantie, kein Material-, Reise- oder Betreuungsstützpunkt. Stattdessen ein Loch in der Privatkasse, das tiefer ist als die berühmte Streif. „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt“, sagte er dem Blick. „Jetzt hoffe ich, dass die Trainer im April noch einmal umschwenken.“

Die Situation ist bitter, weil Kunz vor zwei Jahren noch als Rohdiamant galt. Dann rissen Kreuz- und Innenband, eine Schulter-OP folgte, die Saisonen 2022 und 2023 verpufften. Erst diese Saison lief er wieder an, mit einem spektakulären zweiten Platz im Super-G von Oppdal – seiner einzigen Podest-Chance. Doch ein Ergebnis reicht nicht, wenn die Konkurrenz aus Österreich, Italien und Norwegen Serie um Serie punkten.

Warum swiss-ski trotzdem kippen könnte

Warum swiss-ski trotzdem kippen könnte

Intern deutet sich an, dass das nationale Team im Herren-Speed-Bereich personelle Lücken hat. Die Verletzungsmisere um Justin Murisier, Niels Hintermann und Luca Aerni schrumpft den Kader. Trainer Thomas Stauffer ließ durchblicken, dass die Selektion „nicht nur aus Zahlen besteht“. Sprich: Man kann Kunz mit einem Sondervertrag retten, wenn die Leistungskurve stimmt und das Verletzungsrisiko überschaubar bleibt.

Das Sportgericht wird im April entscheiden. Sollte Kunz erneut abserviert werden, droht der nächste Teufelskreis: ohne Budget keine Weltcup-Starts, ohne Weltcup-Punkte kein Budget. Einzig die Möglichkeit, sich über FIS-Rennen Einsatzzeit zu erkämpfen, bleibt. Doch dort kassiert man Startgelder, keine Preisgelder – ein Luxus, den sich kaum ein Athlet ohne Sponsor lange leisten kann.

Für Kunz heißt es nun: Fitnesslager, Videoanalyse, Mentalcoaching – alles auf eigene Rechnung. Sein Ziel steht fest: „Ich will 2025 in Kitzbühel starten. Alles andere wäre ein Abbruch meiner Geschichte.“ Ob Swiss-Ski mitliest, wird sich zeigen. Die nächsten zwei Monate entscheiden, ob die 50.000 Franken ein Investment in eine Zukunft oder nur eine teure Episode bleiben.