Zwei checks, zwei knie, zwei dramen – die nacht der bangenden schweizer
Sie wollten in die Playoffs einziehen, stolperten stattdessen in eine verletzungsbedingte Schockstarre. Sandro Schmid und Hannes Björninen – zwei Namen, die am Freitagabend innerhalb von Minuten durch die Hallen der National League flatterten. Beide blieben nach harten Checks liegen, beide hielten sich das Knie, beide mussten vom Eis – doch nur einer konnte das noch alleine.
Schmid humpelt, björnissen wird getragen
Der Fribourg-Stürmer Schmid bekam in der 33. Minute einen Rempler von Marco Müller ab, rutschte in die Bande, blieb einen Herzschlag lang reglos liegen, rappelte sich dann aber noch auf. Mit halb gebeugtem Rücken schlängelte er sich zum Ausgang, unter Schmerzen, aber auf eigenen Beinen. Sekunden später war er in der Kabine verschwunden – und damit auch die Hoffnung der Fans, dass es nur ein Stich sei.
Ein paar Kilometer weiter in Langnau rollte dieselbe Szene in der härteren Version. SCL-Import Björnissen raste mit Tempo in die Offensive, sein Mitspieler Phil Baltisberger rutscht quer, beide prallen zusammen. Der Finne bleibt sitzen, sein rechtes Bein wirkt wie leblos. Er versucht aufzustehen – vergeblich. Die Physios eilen herbei, stützen ihn unter den Armen, tragen ihn regelrecht in den Tunnel. Sein Blick ist leer, das Schienbein baumelt. Die Arena verstummt, selbst die Gegenseite klatscht nicht.

Playoff-ticket trotz angst
Für Fribourg ist die Saison gesichert: Platz zwei, Playoff-Ticket gebucht, selbst wenn Schmid ausfällt. Die SCL Tigers hingegen stehen mit dem Rücken zur Wand. Ihr Saisonfinale steht heute Nacht an, und nun fehlt möglicherweise auch noch ihr Top-Scorer. Die medizinischen Checks laufen, aber die Stimmung ist gedämpft. „Wir warten auf die MRT-Bilder“, sagte Coach Marc Alain Klicken nur das Nötigste – und verschwand so schnell wie seine Spieler.
Die Liga registriert in dieser Saison bereits 18 Knieverletzungen durch Checks, Tendenz steigend. Die Geschwindigkeit nimmt zu, das Equipment wird leichter, das Eis härter. Trainer fordern längst ein Review-System für solche Situationen, die Liga verweist auf kostentechnische Hürden. Die Spieler zahlen den Preis – und zwar barfuß auf Eis.
Schmid twitterte später lediglich ein Scherz-Emoji mit der Unterschrift „Knie klappert, Kopf noch klar“. Björnissen schweigt bislang. Sein Vertrag läuft aus, seine Karriere könnte in dieser Sekunde eine ungewisse Wendung nehmen. Die Playoffs rücken näher, die Ärzte näher, die Realität näher. Für zwei Profis beginnt die wichtigste Phase der Saison auf Krücken – und keiner weiß, wie lange.
