Zverev kämpft sich durch hitze zum halbfinale – oma natalia live dabei!
Alexander Zverev hat sich in Halle/Westfalen erneut bewiesen. Bei Temperaturen jenseits der 35 Grad kämpfte sich der Hamburger in ein packendes Halbfinale, das er nach über einer Stunde Spielzeit gegen den Belgier Raphaël Collignon mit 7:6, 7:6 für sich entschied. Ein Match, das er selbst als „verrückt“ bezeichnete.
Ein duell auf messers schneide
Collignon, der als Qualifikant ins Turnier kam, zeigte eine beeindruckende Leistung und zwang Zverev im ersten Satz zu einem dramatischen Tiebreak, in dem der Weltranglisten-Dritte gleich zwei Satzbälle abwehren musste. Das Ergebnis: Ein knapper, aber verdienter Sieg für den Deutschen. „Der Tiebreak war entscheidend“, so Zverev nach dem Match. „Ich bin froh, dass ich in zwei Sätzen durchbekommen habe, das hätte auch in die andere Richtung gehen können.“
Es ist bereits das vierte Halbfinale in Folge für Zverev in Halle/Westfalen, insgesamt sein sechstes. Sein nächster Gegner ist Taylor Fritz, ein Duell, das in den letzten Monaten eine überraschende Wendung genommen hat. Zverev führt zwar die Head-to-Head-Bilanz mit 5:9 an, doch Fritz konnte die letzten sechs Begegnungen für sich entscheiden – ein Fakt, der dem Hamburger vor dem Halbfinale Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Fritz selbst erreichte das Halbfinale nach einem weiteren dramatischen Tiebreak-Sieg gegen seinen amerikanischen Landsmann Ben Shelton.

Ein abschied mit herz
Doch neben der sportlichen Bedeutung dieses Turniers steht ein ganz persönlicher Moment im Fokus: Für Zverev und seine Familie könnte es das letzte Turnier in Halle sein, bei dem seine 78-jährige Großmutter Natalia Fateeva ihren Enkel live anfeuern kann. Ihre Visabestimmungen laufen aus, was den Besuch zu einem besonderen Anlass macht. „Es war schon schwierig, sie zu uns zu holen“, hatte Zverev bereits bei den French Open geäußert, wo sie seinen ersten Grand-Slam-Titel aus der ersten Reihe verfolgte. Eine emotionale Kulisse, die dem anspruchsvollen Halbfinale gegen Fritz zusätzliche Würze verleiht. Die Frage ist: Kann Zverev seine Konzentration bewahren und den emotionalen Anreiz in einen weiteren Erfolg umwandeln?
