Zverev jagt sinner-fluch: 0:6 in serie, jetzt droht miami-k.o.
Alexander Zverev hat nur 24 Stunden, um einen Albtraum zu beenden. Seit sechs Duellen knebelt ihn Jannik Sinner, morgen Abend droht im Miami-Halbfinale die nächste Lektion. Der Deutsche spricht offen von seiner „härtesten Prüfung“ – und von einem Plan, der endlich funktionieren muss.
Sinner hat zverevs spiel durchschaut
Die Zahlen sind brutal: 7:4 die Bilanz, 6:0 der aktuelle Lauf. Die letzte Niederlage in Indian Wells war kein Ausrutscher, sondern eine Demontage. Sinner attackierte früh, nahm Zverev den Rhythmus, ließ ihn hinter der Grundlinie tanzen. Der 26-Jährige wirkte wie eingesperrt in einem Käfig aus Vorhand-Cross und Return-Winnern. „Ich will derjenige sein, der die Punkte dominiert“, sagt er nun – ein Satz, der fast nach einem Befreiungsschrei klingt.
Risiko war früher ein Fremdwort für Zverev. In Miami hat er es zur Pflicht gemacht. Gegen Cerundolo rückte er früh an die Netzkante, schlug Winner quer über das Feld, ließ dem Gegner keine Sekunde Luft. 65 Minuten, 6:1, 6:2 – ein Statement. „Ich habe das ganze Jahr davon gesprochen, aggressiver zu spielen. Heute hat es perfekt geklappt“, sagt er dem Tennis Channel. Die Frage ist: Reicht diese Waffe gegen Sinner, der selbst erst zwei Sätze abgegeben hat im Turnier?

Die tür zum titel steht offen – aber nur für einen
Das zweite Halbfinale wirft zwei Außenseiter auf: Arthur Fils (Nr. 28) und Jiri Lehecka (Nr. 21). Für Zverev ist das ein zusätzlicher Brennstoff. Endlich wieder ein Titel, endlich die Top-Ten-Dürre beenden. Die letzte Trophäe datiert auf Rom 2017 – ein halbes Jahrzehnt ohne 1000er-Triumph. Sinner jagt das „Sunshine Double“, nur acht Spieler vor ihm schafften Indian Wells plus Miami hintereinander. Wer gewinnt, schreibt Geschichte. Wer verliert, bleibt in der Schattenzone.
Zverev weiß, dass er nicht nur gegen Sinner spielt, sondern auch gegen die eigenen Zweifel. „Ich fühle mich ziemlich gut und werde tun, was ich tun muss“, sagt er. Klingt nach Kampfeslust, klingt nach letzter Chance. Die Arena in Miami ist um 20 Uhr ausverkauft. Die Welt schaut auf zwei Männer, von denen einer endlich einen Fluch brechen will – und der andere ihn nur noch länger am Leben erhalten.
