Zverev jagt in miami den nächsten großen – cilic droht als bissiger außenseiter

Die Nacht auf Dienstag wird lang für Alexander Zverev. Gegen Marin Cilic muss der Weltranglisten-Dritte um 23.30 Uhr Ortszeit in den Käfig – und das, obwohl er selbst nach dem spektakulären Halbfinaleinzug in Indian Wells noch keinen einzigen Titel in Miami sein Eigen nennen kann. Diese Leerstelle nagt an ihm.

Warum cilic kein aufbaugegner ist

Warum cilic kein aufbaugegner ist

Der Kroate gilt als erledigt? Vergiss es. Cilic hat in den vergangenen Wochen seine Schlaggeschwindigkeit wieder auf 210 km/h hochgeschraubt und serviert sich mit der Erfahrung von 21 Grand-Slam-Viertelfinals selbst aus tiefer Lage noch heraus. Zverev kennt das: Drei ihrer fünf Duelle gingen über drei Sätze, das letzte in Shanghai 2022 endete 7:6, 7:6 – zwei Tiebreaks, zwei Minikratzer. Der Hamburger brauchte damals 2:23 Stunden, um den Kroaten zu bändigen. Diesmal droht ein ähnlicher Nachtmarathon.

Die Zahlen sprechen für Zverev – aber mit einem Haken. Seine Return-Statistik auf Hardcourt liegt 2026 bei 36,4 Prozent gewonnenen Returnpunkten, Cilic kommt nur auf 29,1. Doch der Kroate hat in Miami schon 58 Asse geschossen, fünf mehr als der Deutsche. Auf dem schnellen Kurs von Key Biscayne zählt jeder Millisekundenvorteil. Und Cilic hat nichts mehr zu verlieren.

Zverev selbst schwieg nach dem Indian-Wells-Halbfinale über sein Miami-Ziel. Stattdessen murmelte er etwas von „Match für Match“. Insider wissen: Er hasst diese Anlage. Zu oft scheiterte er hier an eigenen Nerven – 2018 im Finale gegen Isner, 2021 im Achtelfinale gegen Korda. Die fehlende Trophäe bleibt ein Fleck im sonst glänzenden Lebenslauf.

Um 5:30 Uhr MEZ dürfte klar sein, ob Zverev weiter auf Titelkurs bleibt oder Cilic den nächsten Routinier-Coup landet. Dann zählt nur noch ein Satz Breakvorsprung – oder der nächste Tiebreak, der wieder die ganze Nacht dauert.